Neue Preisvorschriften Telefonate ins EU-Ausland sind ab Mittwoch weniger teuer

Wer von Deutschland aus in ein anderes EU-Land telefonierte, für den konnte es je nach Tarif sehr teuer werden. Das ändert sich nun: Neue Maximalpreise treten in Kraft.

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Von diesem Mittwoch an werden die Gebühren für Telefonate und SMS aus dem Heimatland ins EU-Ausland gedeckelt. Ab dem 15. Mai dürfen EU-Bürgern pro Telefonatsminute maximal 19 Cent plus Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt werden. Ob sie vom Festnetztelefon oder Handy aus anrufen, spielt keine Rolle.

Eine SMS ins EU-Ausland darf ab Mittwoch maximal sechs Cent kosten, auch hier kommt noch die Mehrwertsteuer hinzu. Nach Angaben des Europäischen Verbraucherverbandes fielen in Deutschland für Auslandsgespräche per Handy zuletzt bis zu 1,99 Euro pro Minute an.

Außer in den 28 EU-Ländern gelten die neuen Vorschriften bald auch in Norwegen, Island und Liechtenstein. Verbraucher müssen von ihren Anbietern über die Änderung, die nur für Privatkunden gilt, informiert werden.

Manche sparen so viel Geld

Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, sagt zu der neuen Kostendeckelung: "Die Preisobergrenzen für Anrufe innerhalb der EU sind ein konkretes Beispiel dafür, wie sich der digitale Binnenmarkt positiv auf den Alltag der Menschen auswirkt." Die Regeln würden "der EU insgesamt helfen, den wachsenden Konnektivitätsbedarf der Europäerinnen und Europäer zu decken und die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu steigern".

Die EU-Kommission nannte am Montag ein Beispiel: Eine Italienerin [die vermutlich nicht den idealen Tarif dafür hat; Anmerkung der Redaktion] telefoniert jeden Monat zwei Stunden mit ihrer Tochter in Belgien - und zahlt dafür rund 105 Euro. Nach den neuen Regeln, auf die sich Europaparlament und EU-Staaten im vergangenen Juni geeinigt hatten, würde sie nun höchstens 27 Euro zahlen.

Die neue Kostendeckelung folgt auf die Abschaffung der Roaming-Gebühren in der EU. Letzter Schritt sorgte bereits 2017 dafür, dass Zusatzgebühren für Anrufe aus fremden EU-Netzen ins Heimatland, also beispielsweise für Telefonate aus dem Urlaub nach Hause, wegfielen.

mbö/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
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Chilango 13.05.2019
1. Gesetze für die Steinzeit
Ich telefoniere seid mindestens 10 Jahren nach Nordamerika kostenlos. Und für weltweit habe ich in der Fritzbox einen Dellmont Account. Die Wahlregeln der Fritzbox entscheiden mit welcher NUmmer ich telefoniere. So hatte ich mit 10 € viele Telefonate nach ganz Südamerika für ca. ein halbes Jahr. Erklär mir mal einer warum ein Ferngespräch extra kostet, wenn ich eine japanische Internetseite öffne aber nicht. Das sind alles Geschäftsmodelle aus der Vergangenheit die verzweifelt versuchen sich ins neue Jahrtausend zu retten. Der Schutz der Verwertungsgesellschaften (nicht der Urheber!) ist auch so ein Fossil.
112211 13.05.2019
2. Noch zu teuer
In Zeiten, in denen Telefonate aus dem EU Ausland in alle EU Länder, einschließlich dem Heimatland, so günstig wie nationale Telefonate sind, ist es schon sehr sonderbar, dass Anrufe aus dem Heimatland ins EU Ausland teurer sind.
Duffy73 13.05.2019
3. da gehts...
wieso gibt es keine obergrenzen bei mieten, so dass sich jeder eine geeignete wohnung leisten kann? dann müssen die jusos auch niemanden enteignen...
hitcher 13.05.2019
4. mobiles Internet?
Telefonie ist jetzt klar. Aber was ist mit mobilem Internet im Ausland? Gilt da in jedem Fall mein heimatliches Datenvolumen?
s.rishon 13.05.2019
5. an hitcher
Ich habe bei o2 einen Vertrag mit 25 GB Datenvolumen und wohne in Frankreich im Grenzgebiet. Meine Wohnung liegt noch im Sendebereich von o2.de. Schon unten auf der Straße bin ich im Roaming (orange.fr oder Bouygues) und kann dort (wie überall in der EU) mein Datenvolumen bequem nutzen. Da lasse ich meine orange-SIM-Karte mit mickrigen 200 MB in meinem Uralt-Handy stecken. An die sog. "fair-use-policy" wurde ich bislang nicht erinnert, da mein Datenkonsum und die Nutzungsdauer praktisch nie in den Extrembereich gehen. Umgekehrt könnte ich meine orange-SIM-Karte zu gleichen Konditionen in der gesamten EU nutzen. Wegen deren Kapazität verbietet sich das. o2 reicht. Die beiden anderen Anbiete bieten sicher ähnliche Verträge.
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