Monatliche Datenpakete Telekom will Glasfaseranschlüsse drosseln

Bin ich schon am Limit? Die Telekom will bei Glasfaseranschlüssen die Übertragungsgeschwindigkeiten begrenzen - je nach Tarif gibt es nach 300 oder 400 Gigabyte Datentransfer im Monat nur noch DSL-Geschwindigkeit.

Glasfaserkabel: Im Herbst will die Telekom schnellere Internetzugänge bieten
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Glasfaserkabel: Im Herbst will die Telekom schnellere Internetzugänge bieten


Im Herbst soll zumindest in einigen deutschen Städten und Stadtvierteln eine neue Highspeed-Ära beginnen: Dann sollen neue Glasfaseranschlüsse der Telekom den Anwendern bislang ungeahnte Geschwindigkeiten bei der Internetnutzung ermöglichen. Das wird vor allem Nutzer von Cloud-basierten Diensten freuen, die ständig größere Datenmengen umschaufeln müssen. Fürs Herunterladen stehen dann bis zu 200 Megabit pro Sekunde zur Verfügung, beim Upload sind bis zu 100 Megabit pro Sekunde drin.

Allerdings nicht immer. Ein Blick in die zuletzt Mitte März 2012 aktualisierten AGB der Telekom für den Tarif "Call & Surf IP" (PDF) offenbart Geschwindigkeitsbegrenzungen für Anschlussnutzer, die bestimmte Datenvolumina überschritten haben, berichtet "Heise". Die monatlichen Transferlimits gelten für Down- und Uploads gleichermaßen:

  • Beim Tarif Fiber 100 wird nach einem Verbrauch von 300 Gigabyte im Monat die Übertragungsgeschwindigkeit für den Rest des laufenden Monats auf 384 Kilobit pro Sekunde gedrosselt, für den Down- und Upload.
  • Die gleiche Begrenzung wird für Nutzer der Variante Fiber 200 fällig, wenn ihr Übertragungsvolumen 400 Gigabyte im Monat überschreitet.

384 Kilobit pro Sekunde - das ist ein Bruchteil der eigentlich vertraglich zugesicherten Bandbreite. Was das in der Praxis bedeutet, macht "Heise" deutlich: Allein wer allnächtlich ein Backup seiner Systeme mit einem Volumen von zehn Gigabyte durchführe, erreiche die vorgegebene Monatsgrenze bereits. Beim Tarif Fiber 100 mit einer Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde brauche das Backup zwar nur eine Viertelstunde durch die Leitung. Bei Vollast erreiche der Kunde das Datenlimit jedoch schon nach siebeneinhalb Stunden, ab der dann die Drosselung fällig werde.

meu

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Seite 1
der_durden 21.03.2012
1. Interessant
Zitat von sysopDPABin ich schon am Limit? Die Telekom will bei Glasfaseranschlüssen die Übertragungsgeschwindigkeiten begrenzen - je nach Tarif gibt es nach 300 oder 400 Gigabyte Datentransfer im Monat nur noch DSL-Geschwindigkeit. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,822688,00.html
Somit ist der Anschluss nur für Urheberechtsverletzer gemacht. Die können letztlich Ihr Download-Verhalten an die vertraglichen Gegebenheiten anpassen. Diejenigen die wirklich Backups fahren, aktives Clouding betreiben, im Homeoffice arbeiten laufen Gefahr auf eine absolut lächerliche und inakzeptable Geschwindigkeit gedrosselt zu werden. 364 Kbits? Das ist im Prinzip eine Frechheit, für einen Vertrag, der bestimmt einen relativ hohen Monatsbeitrag erfordern wird. Ich weiß schon, warum ich die Telekom seit einigen Jahren meide!
spoonium 21.03.2012
2. Titel irreführend
Zitat von sysopDPABin ich schon am Limit? Die Telekom will bei Glasfaseranschlüssen die Übertragungsgeschwindigkeiten begrenzen - je nach Tarif gibt es nach 300 oder 400 Gigabyte Datentransfer im Monat nur noch DSL-Geschwindigkeit. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,822688,00.html
Der Titel ist irreführend, 384 kbit/s sind keineswegs DSL-Geschwindigkeit, zumindest nicht im alltäglichen Sprachgebrauch. Der Standard bei DSL ist ja inzwischen im Allgemeinen eher bei 16.000 kbit/s anzusiedeln. Die 384 kbit/s entprechen 48 kb/s, also wirklich ein Schneckentempo in der heutigen Zeit (und soweit ich weiß entpräche das dem "DSL-Light" der Telekom, sofern diese Variante noch existiert). Ein vollkommen unbrauchbarer Tarif, wie mein Vorposter der_durden bereits angemerkt hat. Wobei er selbst für "Urheberrechtsverletzer" ziemlich sinnlos wäre, da man ja praktisch eine Ersatzleitung bräuchte, sobald das Volumen aufgebraucht ist, wenn man nicht den Rest der Zeit im Schneckentempo kriechen möchte.
chewie1337 21.03.2012
3. Gigabit-Gesellschaft
Gab es nicht einen gewissen Rene Obermann, der von selbiger sprach? Seit ich diese Klausel (die ja bereits in jetzigen VDSL-Verträgen steht) kenne lach ich mich über die Telekom-Cloud Werbung kaputt: Sich als Cloud-Spezi und Anbierter darszustellen und gleichzeitg Leute, die das wirklich nutzen wollen mit DSL-Light (übrigens ein Euphemismus erster Klasse) zu bestrafen...ganz großes Kino, etwas in dieser Preisklasse habe ich schon länger nicht mehr gesehen :D
SpieFo 21.03.2012
4. Liebe Redaktion von SPON,
Zitat von sysopDPABin ich schon am Limit? Die Telekom will bei Glasfaseranschlüssen die Übertragungsgeschwindigkeiten begrenzen - je nach Tarif gibt es nach 300 oder 400 Gigabyte Datentransfer im Monat nur noch DSL-Geschwindigkeit. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,822688,00.html
liebe(r) meu: Wie sieht es eigentlich in anderen Industrieländern aus, das Modell "ADSL" und "FTTH"(Fiber to the home)? Haben die auch unterschiedliche Upload-Geschindigkeiten? Volumenbegrenzungen? Drosselungen auf welche Geschwindigkeit? Und welche Modelle bieten diese an? Es wäre doch mal interessant zu wissen, wo der "Wirtschaftsstandort" Deutschland im internationalen Vergleich steht. Oder ist dieser Beitrag wieder nur mal "Abgeschrieben", von einem Kooperationspartner? Ich kann leider kein Französisch/Italienisch/Koreanisch/Japanisch/Chinesisch/Schwedisch/Hollänidsch/Finnisch/Norwegisch/Litt-Lett-Estisch/Israelisch/Indisch und habe auch keine Muse, selbst zu recherchieren. Diesmal nicht. Mir reicht alleine dieses Ergebnis schon: FTTH-Council: Glasfaserausbau in Deutschland hinkt hinterher - Fibre to the Home | TecChannel.de (http://www.tecchannel.de/kommunikation/news/2034174/ftth_council_glasfaserausbau_in_deutschland_hinkt_hinterher/) Sie haben doch sicher auch Partner, auf deren Statistiken und/oder Recherchen Sie zugreifen können... So wenig Information, kopfschüttel....
HerrStahl 21.03.2012
5. Recherche?
Eine solche Drosselungsklausel findet sich schon ewig in den AGB, wurde aber noch nie angewendet. Es ändert sich also genau gar nichts und ist die Aufregung nicht wert.
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