Netzstörung Telekom prüft Hinweise auf Hackerangriff

Hunderttausende Telekom-Kunden sind vom Netz abgeschnitten, ihre Router sind lahmgelegt. Jetzt gibt der Konzern bekannt: Der Grund könnte ein Angriff von außen sein.
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Oliver Berg/ dpa

Nach den massiven Störungen bei Anschlüssen der Deutschen Telekom geht das Unternehmen nach eigenen Angaben ersten Spuren eines Angriffs von außen nach. Möglicherweise handele es sich bei den Router-Ausfällen um einen Eingriff von außen - und nicht um einen normalen, aber ebenfalls ärgerlichen Systemausfall, sagte ein Sprecher.

"Wir haben erste Hinweise darauf, dass wir möglicherweise Opfer eines Hackerangriffs geworden sind." Das würden Analysen der IT-Sicherheit und der Forensiker bei der Telekom nahelegen.

Welche Modelle betroffen sind, sei im Detail noch nicht geklärt, sagte der Telekom-Sprecher. Seit Sonntagnachmittag klagten Kunden über den Ausfall ihrer Anschlüsse für Telefon, Internet und Fernsehen. Rund 900.000 Internet-Router sind demnach bundesweit betroffen.

Was Kunden jetzt tun sollen

Am frühen Montagmorgen sei eine neue Software in das Telekom-Netz eingespeist worden, die den Fehler beheben soll. Das Unternehmen riet betroffenen Kunden, ihren Router vom Netz zu trennen, eine Zeit lang zu warten und dann wieder einzuschalten.

Nach dem Software-Update im Telekom-Netz könnten sich viele Router nach einem Neustart wieder einwählen. Die Störung betreffe das gesamte Bundesgebiet.

Vereinzelte Störungen gibt es in den Netzen von Telekommunikationsanbietern häufig. So können etwa bei Bauarbeiten Kabel beschädigt und damit im ungünstigen Fall auch ganze Regionen von der Versorgung getrennt werden. Massive Ausfälle sind hingegen eher selten.

Sollte sich die Vermutung bestätigen, dass die Probleme mit den Telekom-Routern auf einen Hackerangriff zurückzuführen seien, wäre das ein Novum. Dass die Internetzugangsgeräte im Visier von kriminellen Hackern stehen, ist dagegen nicht neu.

So sichern Sie Ihren Router

So hatte beispielsweise Asus die Nutzer bestimmter Routermodelle 2014 auf sehr ungewöhnliche Weise auf eine Sicherheitslücke hingewiesen. Im selben Jahr hatte eine Sicherheitslücke in den in Deutschland besonders populären Fritzbox-Routern für Aufsehen gesorgt. Unbekannte hatten die Geräte damals gekapert, um automatisiert Telefonanrufe zu teuren Mehrwertnummern durchführen zu lassen. Hersteller AVM hatte damals sehr schnell ein Update bereitgestellt, das die Lücke abdichtete.

mak/dpa