Terror in Christchurch Warum das Manifest des Attentäters mit Vorsicht zu behandeln ist

Der Täter von Christchurch übertrug seinen Anschlag im Internet. Dies sei Teil des Terrors gewesen, schrieb Sascha Lobo in seiner Kolumne. Wie geht man damit um? Im Podcast diskutiert er mit Ferda Ataman.

Kerzen im Botanischen Garten in Christchurch
AFP

Kerzen im Botanischen Garten in Christchurch


Sascha Lobo: der Debatten-Podcast #84 - Attentat von Christchurch - Der Troll-Terrorist

Nach dem Terroranschlag im neuseeländischen Christchurch kursierten viele Erklärungsversuche, schrieb Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne. In erster Linie bezögen sich diese auf das Livestreaming des Attentats und das veröffentlichte Manifest, so Lobo - und genau das sei wohl der Plan des Täters und Teil seiner Inszenierung gewesen.

Lobo erklärt die Muster hinter dem mit Anspielungen gespickten Text des Attentäters - und auch, an welche Zielgruppe sich die Worte richten. Außerdem zeigt er unbeteiligten Nutzern Möglichkeiten des Umgangs mit der Tat auf, damit diese nicht versehentlich genau das tun, was der Täter bezweckt hat. Im Podcast diskutiert Sascha Lobo mit der Journalistin und SPIEGEL ONLINE Kolumnistin Ferda Ataman über die perfide PR-Strategie des Attentäters, Rassismus und den Umgang mit dem Hass.

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insgesamt 12 Beiträge
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Little_Nemo 19.03.2019
1. Fahrlässige Mythenbildung
Bei aller gebotenen Umsicht mit dem Thema, sollte man, denke ich, endlich damit aufhören diese Massenmörder als Genies des Bösen hoch zu stilisieren, denn genau das entspricht ihrem Wunschbild von ihrem eigenen Image. Da bleibt kein braunes Höschen trocken. Dieser Terrorakt mag formal neue Züge haben. Im Kern hat der Täter aber nichts viel anderes getan als Hitler, der in seinem Manifest "Mein Kampf" mit kruden Verschwörungstheorien, Unterstellungen und pathetisierten Falschdarstellungen und Selbstüberhöhungen um sich warf. Und nicht zuletzt das mediale Echo auf dieses Machwerk hat erheblich zur viralen Wirkung dieses Schinkens, der wohl zu den meist verbreiteten, aber am wenigsten gelesenen Schriften aller Zeiten gehört, beigetragen. Hitler hat freilich das Töten seinen Stiefelleckern überlassen, was ihn aber nicht besser macht. Man wird aber nicht zum Genie, wenn einem nur genug Idioten folgen..
flixomat 19.03.2019
2. Narzissten
Ich schließe mich Nemo an: Die Motive solcher "Terroristen" sind irrelevant. Wir täten besser daran, diese vollkommen zu ignorieren, seien es Islamisten, Rechtsextreme, Linksterroristen oder was auch immer. Sie hängen sich ein idealistisches Mäntelchen um, das kaschieren soll, um was es eigentlich geht: Hier schaffen sich narzisstisch gestörte, gekränkte Versager jeweils einen großen Auftritt. "Ich zeig's euch allen!", das ist das Motiv. Sowohl das Politische als auch das Religiöse wird in den allermeisten Fällen heillos überbewertet. In den Beschreibungen der Persönlichkeiten finden sich fast immer die gleichen Muster. Missglückte Lebensentwürfe. Schulversager. Kleinkriminell. Drogen. Und ein großes, gehätscheltes Ego, das mit dem persönlichen Versagen nicht klarkommt.
Allein-Unter-Welpen 19.03.2019
3. Um den Inhalt des Manifest beurteilen zu koennen
muesste man es erstmal vorliegen haben. Sich da auf Journalisten zu verlassen die im Zweifelsfall einer Staatsraeson folgen die wiederum Interessen verfolgt die noch weniger durchschaubar sind - so fahrlaessig sollte kein aufgeklaerter Buerger sein.
Little_Nemo 19.03.2019
4. Die Pose des kritischen Denkers - und Kant rotiert im Grabe
Zitat von Allein-Unter-Welpenmuesste man es erstmal vorliegen haben. Sich da auf Journalisten zu verlassen die im Zweifelsfall einer Staatsraeson folgen die wiederum Interessen verfolgt die noch weniger durchschaubar sind - so fahrlaessig sollte kein aufgeklaerter Buerger sein.
Sie wollen uns also suggerieren, dass an dem sogenannten "Manifest" etwas dran sein könnte, weil man Journalisten ja grundsätzlich misstrauen müsse? Für wie vertrauenswürdig halten Sie denn im allgemeinen Massenmörder? Mein Anspruch an Manifeste schließt Mord als Aufhänger und Glaubwürdigkeitsbeleg jedenfalls aus.
flixomat 19.03.2019
5. Aufgeklärte Bürger
Qualifizierten Journalisten kein Vertrauen zu schenken und sich stattdessen seine Infos im Netz zusammenzusammeln und die Auswahl dem Algorithmus zu überlassen, den man selber füttert - so landet sogar der aufgeklärteste Bürger in einer Filterblase und wird womöglich zum verblendeten Fanatiker. Frage an "Allein-unter-Welpen": Was ist die "Staatsraeson" in einem demokratischen Rechtsstaat wie Deutschland?
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