Terrorfahndung Polizei kassiert Provider-Daten

Mit richterlichem Segen konfiszierten Fahnder Internet-Datenbestände bei fünf verschiedenen Providern. Über deren Netzwerke könnten Terror-Informationen im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September gelaufen sein.


Wiesbaden - Das Amtsgericht Wiesbaden hat bei den Ermittlungen gegen mutmaßliche islamische Terroristen die Beschlagnahme von Datenbeständen bei insgesamt fünf Internet-Dienstleistern erlaubt.

Wie Jürgen Fehr, der Sprecher des Gerichts, am Donnerstag berichtete, handelt es sich um Firmen mit Sitz in Berlin, Erfurt, Karlsruhe, Montabaur und Regensburg. Bei den verschiedenen Dienstleistern hätten der in der vergangenen Woche verhaftete Türke Talip T. sowie einer seiner Brüder Webadressen unterhalten.

Nach Fehrs Worten kam das Gericht zu dem Schluss, dass die beiden Beschuldigten "auf das Informationsnetz derjenigen zugegriffen haben, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Anschlag auf das World Trade Center stehen". Nach einem Bericht des "Wiesbadener Kurier" sollen die beiden Brüder im Internet Propaganda für die Ziele islamischer Fundamentalisten gemacht haben. Wie die Zeitung am Donnerstag weiter berichtete, soll einer der mit Talip T. zusammen festgenommenen Männer, Shahab Al-A., bei seiner Festnahme einen im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel gefälschten Pass dabei gehabt haben.

Die Wiesbadener Polizei hatte bereits am 7. September einen 22-jährigen Algerier festgenommen, der in Kastel Ausweise und Führerscheine verschiedener europäischer Staaten gefälscht haben soll. Rund 100 gefälschte Ausweise und Spezialwerkzeug waren seinerzeit sichergestellt worden. Nach Angaben der Polizei waren die Ausweise dazu benutzt worden, um Konten zu eröffnen sowie Autos zu mieten und anschließend zu unterschlagen. Der 22-Jährige sitzt seither in Haft.



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