Fotostrecke

Thinkup: Online-Dienst archiviert und durchsucht Facebook, Twitter & Co.

Thinkup Dieser Webdienst sichert Ihr Facebook-Leben

Alle Tweets, alle Facebook-Posts, alle Reaktionen von Freunden und Fans: Die kostenlose Software Thinkup archiviert das eigene Profil bei Twitter, Facebook und anderen Netzwerken. So kann man in seinem Digitalleben blättern wie in einem Tagebuch - und Reaktionen analysieren.

Wie oft habe ich in den vergangenen drei Jahren eigentlich etwas über Katzen getwittert? Und was? Was haben mir Freunde 2008 zum Geburtstag auf die Facebook-Profilseite geschrieben? Bei den sozialen Netzwerken lässt sich das nicht herausfinden. Sie archivieren zwar Beiträge, Kommentare und Reaktionen wie Likes oder Retweets. Doch diese Archive bei Facebook und Twitter kann man nicht durchsuchen, auswerten und vor allem nicht unter eigener Kontrolle auf dem eigenen Server nutzen.

Das ändert die kostenlose Software Thinkup . Mit dem Programm kann man die eigenen Konten bei Facebook, Twitter, Google+ und Foursquare archivieren und auswerten. Barack Obamas Social-Media-Team nutzt das Programm zum Beispiel zur Analyse von Twitter-Reaktionen.

Thinkup muss man derzeit selbst hosten. Das ist in der Regel nicht kompliziert (hier eine detaillierte Anleitung der Entwickler ). Die Software braucht eine Standardumgebung (Linux, Apache, MySQL 5.03+, PHP 5.2+). Solche Hostingpakte kosten bei Providern wie All-Inkl, Uberspace, Domainfactory oder Hosteurope wenige Euro im Monat - und man kann sie auch problemlos für das eigene Wordpress-Blog, einen RSS-Reader wie Fever oder ein öffentlich zugängliches Twitter-Archiv wie Tweetnestnutzen.

Die Instalation ist schnell erledigt - ich habe es bei zwei deutschen Providern ausprobiert, bei beiden lief das Programm nach wenigen Minuten und importierte Daten von Facebook, Twitter und Google+. Diese Netzwerke bieten Nutzern ihre eigenen Daten nicht so leicht zugänglich an, wie es eigentlich möglich wäre. Damit Thinkup auch ältere Beiträge importieren und die Datenbank fortwährend aktualisieren kann, muss man bei Facebook und Twitter eigene Anwendungen einrichten. Durch die notwendige Konfiguration führt Thinkup Nutzer mit einer leicht verständlichen Hilfefunktion. Nach wenigen Minuten wird das persönliche Online-Archiv automatisch aus den eigenen Konten gefüttert.

Die hilfreichsten Thinkup-Funktionen im Überblick:

  • Das Archiv der eigenen Beiträge lässt sich im Volltext durchsuchen. Das geht sehr schnell - bei knapp 4000 Facebook-Posts und gut 3000 Tweets in unserem Test waren die Ergebnisse sofort zu sehen. Man kann auch alle Beiträge - die eigenen ebenso wie die Nachrichten anderer auf der eigenen Facebook-Seite - in einer chronologischen Tabellenansicht durchsuchen. Diese Darstellung ist wesentlich übersichtlicher als die der alten Einträge bei den Anbietern selbst.
  • Thinkup archiviert auch Reaktionen auf Tweets und Facebook-Nachrichten - wer hat was weiterempfohlen, wer hat wie geantwortet? Diese Texte werden in der Thinkup-Datenbank gespeichert.
  • Man kann Twitter-Diskussionen direkt aus der Thinkup-Darstellung auf Websites einbinden (das sieht zum Beispiel so  aus).
  • Thinkup zeigt, welche der eigenen Tweets insgesamt am häufigsten retweetet oder beantwortet wurden, welche Facebook-Veröffentlichungen die meisten Kommentare, Likes und Shares erhalten haben. So kann man analysieren, welche Themen wen besonderes interessieren.
  • Favorisierte Tweets und die Reaktionen auf die eigenen Tweets mit Fragen erfasst Thinkup in gesonderten Übersichten, ebenso die von Freunden veröffentlichten Links. So kann man schnell in seinem persönlichen Archiv recherchieren.
  • Und natürlich erfasst Thinkup auch, wie sich die eigene Fan- und Followerzahl bei Facebook und Twitter im Zeitverlauf entwickelt hat, mit welchen Nutzern man wo befreundet ist.
  • Alle bei Thinkup archivierten Daten lassen sich als CSV-Datei exportieren, um sie zum Beispiel mit eigener Software zu analysieren (nach Stichworten, Nutzungsintensität zu bestimmten Tageszeiten oder was immer man erforschen will).

Die Software ist auch für professionelle Nutzer interessant: Ein im Volltext durchsuchbares Archiv der eigenen Beiträge ist ein wertvolles Rechercheinstrument. Und die Analysefunktionen zur Wirkungsforschung baut Thinkup weiter aus. Die Version 2.0 der Software (derzeit noch in der Beta-Phase, hier eine Demo ) führt neue Hilfsmittel ein und zeigt beispielsweise, bei welchen Tweets die Retweet-Rate über dem Monatsdurchschnitt liegt.

Für private Nutzer ist Thinkup ein hervorragendes Werkzeug zum Archivieren und Wiederentdecken des eigenen, in sozialen Netzwerken gespiegelten Lebens. In den eigenen, drei Jahre alten Tweets zu stöbern, erinnert an das Lesen alter Tagebucheinträge.

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.