Messenger-Dienste Das sind sichere WhatsApp-Alternativen

450 Millionen Nutzer weltweit: Weil extrem viele Menschen WhatsApp benutzen, erzielte das Unternehmen beim Verkauf an Facebook einen Rekorderlös. Dabei ist der Messenger-Dienst nicht mal besonders sicher. Welche Alternativen gibt es?
WhatsApp löschen? Alternative Apps bieten echte Verschlüsselung

WhatsApp löschen? Alternative Apps bieten echte Verschlüsselung

Foto: Arno Burgi/ dpa

Wie sicher ist WhatsApp? Der Messenger-Dienst verschlüsselt nach eigenen Angaben die Nachrichten, wenn sie von einem Telefon zu den WhatsApp-Servern übertragen werden. Doch dort liegen die Nachrichten dann im Klartext vor - die Betreiber können darauf zugreifen, ebenso Strafverfolger oder Geheimdienste. Außerdem hat WhatsApp in der Vergangenheit immer wieder mit Sicherheitslücken zu kämpfen gehabt.

Wer Nachrichten austauschen will, ohne dass jemand mitlesen kann, braucht eine App mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Davon gibt es mittlerweile eine ganze Reihe. Der Entwickler Joshua Lund hat sich mehrere Alternativen zu WhatsApp angesehen. Welchen Apps kann man am ehesten vertrauen? Bei welchen Programmen lässt sich der Quellcode überprüfen? Wie gut ist die Verschlüsselung?

Der Gewinner seiner ausführlichen Gegenüberstellung:  das kostenlose Surespot . Das sei schnell, gut zu bedienen und für Apple- und Android-Geräte gleichermaßen verfügbar. Den Quellcode der App kann sich jeder selbst ansehen. Die Entwickler erklären  außerdem, wie genau Surespot funktioniert und welche Daten wann und wo gespeichert werden, wer sie einsehen kann.

Die App ist kostenlos, eine Zusatzfunktion für Sprachnachrichten lässt sich nachträglich dazukaufen. Außerdem sammeln die in den USA sitzenden Entwickler Spenden für den Betrieb ihrer Server ein, ein Teil davon soll an die Bürgerrechtsorganisation EFF gehen.

Beliebte Alternative aus der Schweiz

Große Hoffnungen setzt Lund in TextSecure , eine App, die bewährte Verschlüsselungstechnik setzt - bisher aber nur für Android verfügbar ist, und auch da noch einige Probleme beim Versand von Bildern haben soll. Bis eine neue, verbesserte Version von TextSecure auf Android und später auch Apple-Geräten läuft, dauert es wohl noch. Lund jedenfalls kann es kaum erwarten.

Das derzeit so beliebte Threema  aus der Schweiz schneidet bei Lund auch nicht schlecht ab. Allerdings ist der Quellcode von Threema im Gegensatz zu dem von Surespot nicht öffentlich und lässt sich deswegen nicht unabhängig überprüfen. Der Popularität schadet das offenbar nicht, schon seit Tagen ist Threema auf den vordersten Plätzen der App-Stores. Die WhatsApp-Übernahme durch Facebook dürfte diesen Trend noch verstärken.

Weitere WhatsApp-Alternativen, die mehr Sicherheit versprechen und bei denen sich diese Angaben auch einigermaßen überprüfen lassen, finden Sie hier:

Grundsätzlich lässt sich sagen: Eine App, deren Entwickler den Quellcode geheim halten und die nur wenig Auskunft über die Architektur im Hintergrund geben, sollte man besser meiden. Aber auch wenn der Quellcode im Netz steht, sind die Nachrichten auf dem Telefon nicht notwendigerweise völlig sicher. Meistens kontrollieren die Handy-Hersteller das Betriebssystem. Ob sich dort nicht Überwachungsfunktionen verstecken oder nachträglich einschleusen lassen, können Nutzer kaum herausfinden.

SPIEGEL ONLINE hat die vorgestellten Apps nicht selbst geprüft. Für absolut vertrauliche Kommunikation ist ein Smartphone womöglich die falsche Wahl. Besser als eine SMS zu verschicken oder eine der vielen Apps ohne Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sind die hier genannten WhatsApp-Alternativen aber allemal.

ore