Tierschutzbund Rettet die Moorhühner

Scharfe Kritik an der virtuellen "Moorhuhnjagd" übt der Deutsche Tierschutzbund. Vor allem Kinder und Jugendliche müssten vor dem Spiel geschützt werden.


Getroffen: Wenn es um Moorhühner geht, scheint der Tierschutzbund keinen Spaß zu verstehen

Getroffen: Wenn es um Moorhühner geht, scheint der Tierschutzbund keinen Spaß zu verstehen

Bonn - Wie der Sprecher des Tierschutzbundes Thomas Schröder am Mittwoch erklärte, sei das Computerspiel ein Beispiel für den mangelnden Respekt vor Tieren. Bei der virtuellen Ballerei, die inzwischen den Siegeszug durch die bundesdeutschen Büros angetreten hat, müssen in 90 Sekunden möglichst viele flatternde Moorhühner abgeknallt werden - mit der Maus.

Und genau hier setzt die Kritik der Tierschützer an. Denn das Spiel vermittle, so Schröder, den Eindruck, dass man Moorhühner einfach per Mausklick abschießen und töten könne.

Die Moorhuhnjagd geht auf eine Hamburger Werbeagentur zurück, die das Spiel bereits im Herbst 1998 als Werbegag für Johnnie Walker entwickeln ließ. Schon während der Programmierung hatte der Whiskyhersteller offensichtlich Sorgen, die Ballerei könnte bei Tierschützern Proteste hervorrufen.

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So mussten die Entwickler auf Wunsch Johnnie Walkers das Programm mehrmals entschärfen. Ein am Ende traurig dreinblickendes Moorhuhn mit eingegipstem Bein sollte zudem jedem Spieler verdeutlichen, dass die Tiere lediglich vom Himmel geholt, aber nicht getötet werden.



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