Tipps für Hobbyfotografen So bringen Sie die Augen ihres Models zum Leuchten

Auf professionellen Porträts sieht man oft ein ringförmiges Leuchten in den Augen, erzeugt von einem Ringlicht. Das Fotomagazin "Docma" erklärt, wie man diese Technik effektiv einsetzt.
Von docma-Autor Christian Thieme
Mit einem Ringlicht fotografiertes Porträt. Leicht zu erkenne am typischen Lichtring in den Augen des Models

Mit einem Ringlicht fotografiertes Porträt. Leicht zu erkenne am typischen Lichtring in den Augen des Models

Foto:

Christian Thieme

Das sogenannte Ringlicht, eine kreisförmige Lampe mit offener Mitte, besticht nicht unbedingt durch seine Vielseitigkeit. Aber es ist eine ideale Lichtquelle für Porträts und zaubert obendrein noch den charakteristischen Lichtring um die Pupillen eines Models - vorausgesetzt, das Ringlicht hat eine brauchbare Größe von mindestens 18 Zoll (circa 48 Zentimeter). Um dem oben gezeigten Foto einen besonderen Touch zu verleihen, wurde ein Dauerlicht-Ring mit zwei Systemblitzen kombiniert. Der Versuch zeigt, dass sich Dauer- und Blitzlicht in dieser Kombination ideal ergänzen und zusätzliche Farbfilter viele Variationen ermöglichen. Kombiniert mit unterschiedlichen Outfits und Posen kommt keine Langeweile auf.

Licht-Setup

Foto: Christian Thieme

Das Besondere an diesem Aufbau ist die Mischung aus Dauer-Ringlicht (a) und Systemblitzen (b,c). Positionieren Sie das Hauptlicht (a) frontal von oben, in einem Winkel von etwa 20 Grad. Die Entfernung zum Model sollte so gewählt werden, dass der Lichtring in den Augen mindestens den Durchmesser der Pupillen erreicht. Der Orangeverlauf auf dem weißen Hintergrundkarton entsteht durch Farbfilter, die vor den Systemblitzen angebracht sind. Fotografiert wurde mit einer Vollformatkamera bei Blende f/2,8. Die offene Blende erzeugt einen angenehmen Schärfeverlauf im Bild und gleichzeitig einen unscharfen Hintergrund, der Wellen im Papier abmildert.

Lichtwirkung

Foto: Christian Thieme

Die Illustration mit hervorgehobener Tonwerttrennung macht deutlich, dass das Ringlicht die Wangenknochen (a) betont. Gleichzeitig resultiert durch die erhöhte Lampenposition ein Lichtabfall in Richtung Hals (b). Das besondere Merkmal dieser Lichtquelle ist der charakteristische Lichtring, der in den Augen des Models entsteht (c). Durch den Abstand zwischen Leuchte und Model lässt sich die Größe des Lichtreflexes anpassen. Der Abstand verändert aber gleichzeitig auch den Lichtabfall im Gesicht. Je näher sich die Lichtquelle am Model befindet, desto größer werden die Unterschiede zwischen den hellen und dunklen Bereichen.

Gefunden in

DOCMA 94
Doc Baumanns Magazin für digitale Bildbearbeitung
Juli-September 2020

Docma-Shop 

Docma - Abo und Gratis-Ausgabe 

Docma - Magazin für Digitale Bildbearbeitung 

Tipp: Variationen

Foto: Christian Thieme

Das Ringlicht eignet sich primär als frontale Hauptlichtquelle und ist deshalb ideal für Close-ups. Dennoch schaffen Sie Abwechslung, indem Sie den Hintergrund variieren. Im Beispiel (a) kommt nur das Ringlicht zum Einsatz, das Model sitzt dabei vor einem schwarzen Hintergrund. Hierdurch heben Sie das Gesicht besonders hervor. Das zweite Bild (b) zeigt dagegen das in diesem Artikel vorgestellte Setup, aber mit zwei anderen Farbfiltern. Durch die Kombination harmonischer Farben im Hintergrund sowie dem Gelb der Bluse entsteht eine intensivere Farbwahrnehmung. Seien Sie kreativ und probieren Sie verschiedene Kombinationen aus!