Nach Vulkanausbruch Tonga bleibt möglicherweise wochenlang ohne Internet und Telefon

Durch die Eruption im Südpazifik ist das einzige Kabel beschädigt worden, das die Inselgruppe mit den Kommunikationsnetzen der Welt verbindet. Die Reparatur der tief im Ozean liegenden Leitung wird schwierig.
Der Vulkan Hunga Tonga-Hunga Ha'apai vor dem Ausbruch

Der Vulkan Hunga Tonga-Hunga Ha'apai vor dem Ausbruch

Foto: Maxar Technologies / AP

Nach dem Ausbruch des Unterseevulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai ist es weiterhin schwierig, Kontakt zu der Inselgruppe Ha'apai im Pazifik aufzunehmen. Offenbar ist das unterseeische Kabel, das die Inseln mit den Daten- und Telefonnetzen der Welt verbindet, durch die Eruption unterbrochen worden. Die Auswirkungen des Tsunamis, der auf den Ausbruch folgte, ein Erdrutsch unter Wasser oder von den Ereignissen ausgelöste Strömungen könnten das 827 Kilometer lange Glasfaserkabel durchtrennt haben, dass Tonga mit den Fidschi-Inseln verbinde, vermutet »The Information«.

Es ist erst wenige Jahre her, dass die abgelegenen Inseln über jenes Kabel eine Breitbandanbindung bekommen haben. Insgesamt 32,8 Millionen Dollar kostete das Projekt (PDF) .

Das nächste Spezialschiff ist Tausende Kilometer entfernt

Anfangs gab es noch Hoffnung, die Glasfaserverbindung sei womöglich nur aufgrund von Stromausfällen nach der Eruption gestört. Doch Leitungstests zeigten bald, dass es sich tatsächlich um einen Kabelbruch handeln muss. Wäre der an Land gewesen, hätte man ihn leicht reparieren können.

Doch am Montag bestätigte Craige Sloots von der Kabelnetz-Betreiberfirma Southern Cross Cable Network dem »New Zealand Herald «, man habe den Kabelbruch 37 Kilometer vor der Küste von Tonga im Pazifik lokalisieren können. Das macht das Wiederherstellen der Verbindung ungleich schwieriger, denn das nächste für solche Arbeiten geeignete Schiff, die CS »Reliance«, liegt rund 4000 Kilometer entfernt im Hafen von Port Moresby auf Papua-Neuguinea. Allein die Fahrt von dort in die Krisenregion werde acht bis neun Tage dauern, sagte Sloots.

Doch der Einsatz scheint wichtig, denn Kommunikation sei nach dem Vulkanausbruch »weiter das größte Problem«, schreibt das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten OCHA (mehr dazu lesen Sie hier).

Satellitentelefone helfen kaum

Als der Archipel vor fast genau zwei Jahren schon einmal wegen eines Ausfalls der Kabelverbindung von Internet- und Telefonverbindungen abgeschnitten war, hatte ein lokaler Anbieter die Datenverbindungen über Satelliteninternet umleiten können. So war zumindest grundlegende Kommunikation mit der Außenwelt möglich. Der Chef jenes lokalen Internetanbieters sagte damals: »Intern funktioniert das Land normal, aber vom Rest der Welt ist es weitgehend abgeschnitten. Das ist wie im dunklen Zeitalter« (mehr dazu lesen Sie hier).

Derzeit scheint aber selbst diese Notlösung nicht zu funktionieren. Den OCHA-Angaben zufolge funktionieren auch Satellitentelefone auf den Inseln derzeit nicht zuverlässig. Die gewaltige Aschewolke des Vulkans sowie daraus resultierende elektrostatische Aufladungen könnten der Grund dafür sein.

Bis die Reparatur des Kommunikationskabels abgeschlossen ist, könnte es noch rund zwei Wochen dauern, »wenn alles gut geht«, sagt Craige Sloots der Nachrichtenagentur Reuters . Das Spezialschiff würde das Kabel mit einem Haken vom Grund des Ozeans an Bord holen, dort würde es geflickt. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Mannschaft die entsprechenden Sicherheitsfreigaben erhalte. Schließlich würde die Möglichkeit, die Reparatur durchzuführen, »von der vulkanischen Aktivität abhängen«, die in dem Gebiet herrsche.

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