14 Fabriken betroffen Toyota stoppt nach mutmaßlichem Hackerangriff seine Produktion in Japan

Nachdem die Computersysteme eines Zulieferers lahmgelegt wurden, hat das Unternehmen seine Fabriken heruntergefahren. Der Stillstand führt dazu, dass täglich Tausende Neufahrzeuge nicht gebaut werden können.
Roboter in einer Toyota-Fabrik (Archivbild)

Roboter in einer Toyota-Fabrik (Archivbild)

Foto: Toru Hanai/ REUTERS

Nach einem Systemfehler bei einem Zulieferer habe man sich dazu entschlossen, »den Betrieb von 28 Linien in 14 Werken in Japan am Dienstag, dem 1. März auszusetzen«, heißt es am Montag von Toyota. Man entschuldige sich bei Lieferanten und Kunden »für die Unannehmlichkeiten, die dadurch entstehen können«. Normalerweise fertigt Toyota in seinen Werken in Japan rund 13.000 Fahrzeuge pro Tag. Einem Bericht der »Financial Times « zufolge sind auch die Toyota-Töchter Hino und Daihatsu von dem Ausfall betroffen.

Als Ursache wird ein Hackerangriff bei Kojima Press Industries vermutet. Gegenüber »Nikkei Asia « bestätigte ein Sprecher: »Es stimmt, dass wir von einer Art Cyberangriff betroffen sind. Wir sind noch dabei, den Schaden zu bestätigen, und wir beeilen uns, darauf zu reagieren. Oberste Priorität hat dabei, das Toyota-Produktionssystem so schnell wie möglich wieder in Betrieb zu nehmen.« Die Website der Firma war am Montagnachmittag nicht zu erreichen.

Bis zu 13.000 Autos weniger pro Tag

Kojima Press Industries stellt für Toyota eine Reihe von Bauteilen her. Unter anderem produziert die Firma Türverkleidungen, Batteriehalterungen und Mittelkonsolen für die Automobilindustrie. Toyota sei bekannt dafür, die gelieferten Teile sofort zu verarbeiten, ohne sie erst einzulagern, schreibt die »Financial Times«. In Deutschland wird diese Produktionsmethode als Just-in-Time bezeichnet, manchmal auch als »Lagerhaltung auf der Straße«, da die Bauteile meist per Lkw geliefert werden.

Der Autohersteller prüfe derzeit noch, ob es möglich sein wird, die Produktion am Mittwoch wieder aufzunehmen. Dazu, wie groß der Produktionsrückstand sein wird, der durch Stilllegung der Bänder entsteht, gibt es uneinheitliche Angaben. Laut Nikkei werden durch den Produktionsstopp am Dienstag 10.000 Fahrzeuge weniger produziert als geplant. Die »Financial Times« spricht gar von einer Minderproduktion von 13.000 Wagen.

Ob der mutmaßliche Cyberangriff mit den Sanktionen gegen Russland nach dem Angriff auf die Ukraine zusammenhängt, ist vollkommen unklar. IT-Sicherheitsbehörden weltweit warnen vor einer zunehmenden Gefahr von Cyberattacken gegen Unternehmen und Behörden, weshalb es naheliegt, einen Zusammenhang des möglichen Angriffs auf Kojima Press Industries mit diesen Warnungen herzustellen. Bislang gibt es aber keine Hinweise, die einen solchen Verdacht erhärten würden.

mak