Vorwürfe der US-Flugaufsicht US-Behörde wirft YouTuber absichtlichen Flugzeugabsturz vor

Fast zwei Millionen Mal wurde ein Video vom Absturz des Extremsportlers Trevor Jacob angesehen. Manche glauben, er habe das Unglück für Klicks inszeniert. Nun hat sich die US-Flugaufsicht geäußert.
Standbild aus dem Video des Unglücks: »Das Leben oder das Eigentum eines anderen gefährdet«

Standbild aus dem Video des Unglücks: »Das Leben oder das Eigentum eines anderen gefährdet«

Foto: Trevor Jacob / YouTube

Die US-amerikanische Bundesluftfahrbehörde FAA hat dem bekannten YouTuber Trevor Jacob offenbar mit sofortiger Wirkung seine Privatpilotenlizenz entzogen. Grund ist Jacobs Verhalten während eines aufsehenerregenden Zwischenfalls im vergangenen November. Die FAA wirft dem YouTuber vor, in der Luft aus einem Flugzeug abgesprungen zu sein, »nur um das Filmmaterial des Absturzes aufzunehmen.« Das berichtet die »New York Times«  mit Verweis auf einen Brief der Behörde.

Hintergrund ist der Absturz eines Propellerflugzeugs, mit dem Jacob am 24. November des vergangenen Jahres im Westen der USA unterwegs war. An Heiligabend hatte der Extremsportler und YouTuber dann ein Video zu dem Vorfall hochgeladen, das inzwischen mehr als 1,9 Millionen Mal aufgerufen wurde . Titel: »Ich bin mit meinem Flugzeug abgestürzt.« Schon damals zweifelten Hobbyermittler die Darstellung an und warfen ihm vor, den Triebwerksausfall und den Crash inszeniert zu haben .

Das knapp 13-minütige Video von Jacob zeigt, wie der 28-Jährige mit einem Propellerflugzeug abhebt und über den Los Padres Nationalpark im Südwesten des US-Bundesstaats Kalifornien fliegt. Mehrere Kameras, die unter anderem am Cockpit, am Tragflügel und der Höhenflosse montiert sind, filmen den Flug. Irgendwann scheint es so, als würde das Triebwerk ausfallen. Jacob öffnet die Tür und springt schließlich ab, während die Maschine im Hintergrund führerlos weitersegelt und schließlich abstürzt.

Die FAA hatte damals bereits bestätigt, den Vorfall zu untersuchen. Nun kommt sie offenbar zu dem Schluss, dass der YouTuber gegen Luftfahrtregularien der USA verstoßen habe und sein einmotoriges Flugzeug in einer »unvorsichtigen oder rücksichtslosen Art und Weise gesteuert hat, die das Leben oder das Eigentum eines anderen gefährdet hat«. So steht es laut der »New York Times« in einem Brief der Behörde. Die Zeitung berichtete, Jacob selbst habe laut eigener Aussage keine Kenntnis von der FAA-Anordnung und dem Untersuchungsergebnis. Vergangene Woche habe er aber über YouTube zu dem Vorfall mitgeteilt, er dürfe sich laut seines Anwalts momentan nicht dazu äußern.

Die US-Zeitung berichtet weiter, dass Jacob laut der FAA auch nicht versucht habe, die Flugsicherung vor seinem Absprung zu kontaktieren. Auch habe er keinen Versuch unternommen, das Triebwerk wieder in Gang zu bringen oder das Flugzeug per Segelflug sicher zu landen. Dabei hätte es »mehrere Gebiete in Segelflugreichweite gegeben, in denen Sie sicher hätten landen können«, schreibt die FAA demnach an Jacob.

hpp
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