TV-Quoten in den USA Nielsen will Tablet- und Smartphone-Nutzer berücksichtigen

Die Marktforscher von Nielsen wollen von Herbst 2014 an auch den mobilen Fernsehkonsum in die TV-Quoten der USA mit einfließen lassen. In Deutschland sollen die Zuschauerzahlen zunächst weiterhin getrennt gemessen werden.
Smartphone-Nutzerin: Künftig auch mobile Einschaltquoten erfassen

Smartphone-Nutzerin: Künftig auch mobile Einschaltquoten erfassen

Foto: Corbis

Eine Serie wird abgesetzt, obwohl Millionen von Zuschauern die Sendung auf ihrem Tablet oder ihrem Smartphone verfolgt haben? Derzeit kann das noch passieren. Denn wer sich das linear ausgestrahlte Fernsehprogramm auf mobilen Geräten anschaut, der spielt für die TV-Quoten keine Rolle. Doch das Marktforschungsunternehmen Nielsen will das laut "Wall Street Journal"  und dem Branchenmagazin "Variety"  nun ändern.

Der Konzern plant, die Einschaltquoten in den USA künftig auch auf Smartphones und Tablets zu erfassen. Von September 2014 an sollen Zuschauer, die das linear ausgestrahlte TV-Programm auf ihren mobilen Geräten verfolgen, mit berücksichtigt werden.

Mehr als drei Jahre lang habe man an dem Verfahren gearbeitet, das gleichzeitig die Zuschauer an den Fernsehbildschirmen als auch die Zuschauer der digitalen Kanäle messen soll. Damit soll das Problem aus der Welt geschafft werden, das die TV-Vermarkter laut "Variety" lange verärgert hat: dass es bisher keine zufriedenstellende Möglichkeit gebe, die Video- und Werbedaten zu vereinen, die im Fernsehen, im Internet und auf mobilen Plattformen ausgestrahlt werden.

Und in Deutschland?

Zunächst einmal sollen aber mit dem Projekt namens "Digital Program Ratings" die Internet-Zuschauer erfasst werden. Das Messverfahren hat die Testphase durchlaufen und soll vom ersten Quartal des kommenden Jahres an das Online-Publikum messen. Außerdem wird auf den Online-Plattformen die landesweit ausgestrahlte Werbung durch angepasste Werbeclips ersetzt. An dem Programm beteiligen sich fast alle großen US-Sender wie ABC, CBS, Fox, NBC, A&E, CW, Discovery, Univision und AOL.

Auch in Deutschland sind die Quotenmesser interessiert daran, künftig die Zuschauer der digitalen Kanäle zu erfassen. Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) plant nach Angaben des Branchenportals "Digitalfernsehen" , die Anzahl der Online-Zuschauer zunächst in einem eigenen Panel zu erheben, das noch in diesem Jahr starten soll.

Im nächsten Schritt will die AGF bis Ende des kommenden Jahres die Online- und TV-Zuschauer gemeinsam erfassen. Zwar sollen auch die Tablet- und Smartphone-Zuschauer im kommenden Jahr gemessen werden. Allerdings ist unklar, wie lange es noch dauert, bis das Unterwegs-Fernsehen mit in die TV-Quoten einfließt. Denn für die Messung auf Mobilgeräten ist laut dem Bericht ein anderes Verfahren notwendig.

jbr