Twitter-Bug Deutsche Metal-Band sorgt für Twitter-Chaos

Lady Gaga, Barack Obama oder Britney Spears - nach Lust und Laune konnten sich Twitter-Nutzer prominente Follower aussuchen. Eine deutsche Heavy-Metal-Band aus den Siebzigern soll zur Entdeckung des Programmierfehlers beigetragen haben - für dessen Behebung zeitweilig sämtliche Follower ausgeblendet wurden.
Metal-Band Accept: Ein Fan der Kraftmusiker entdeckte den Twitter-Bug

Metal-Band Accept: Ein Fan der Kraftmusiker entdeckte den Twitter-Bug

Foto: Mark Tucker

Es war ein Schreckmoment für Twitter-Nutzer: Wo sind all meine Follower hin? Für ein paar Stunden stand der Zähler bei allen Twitter-Profilen am Montag auf 0. Als würde Facebook plötzlich anzeigen: Du hast keine Freunde. Das ist bitter, vor allem für Unternehmen, die mit ihrer Twitter-Fangemeinde ein Geschäft machen. Schnell sorgte sich zum Beispiel die Nachrichtenseite Techcrunch um ihre Fans: " Hey Twitter, können wir unsere 1,4 Millionen Follower zurück haben? ", schrieb Eric Schonfeld.

Wenig später war alles wieder wie vorher - fast alles. Denn schnell hatten die Twitter-Techniker den kleinen Fehler behoben, durch den es möglich war, sich Follower zu erschleichen - ohne deren Zustimmung. So konnte man dem eigenen Profil solch einflussreiche Twitter-Nutzer wie Barack Obama oder Ashton Kutcher hinzufügen. Normalerweise muss jeder Twitter-Nutzer selber aktiv werden, um jemandem zu followen.

Schuld am Follower-Chaos soll eine deutschen Heavy-Metal-Band aus Solingen sein. Die Band, die sich in den frühen siebziger Jahren formte, trägt den Namen "Accept". Als nun ein Twitter-Nutzer in der Türkei seine Bewunderung für die harten Jungs ausdrücken wollte, schrieb er "Accept pwnz". Was zur Folge hatte, dass der Twitter-Nutzer mit dem Nickname "pwnz" plötzlich sein Follower war, berichtet Gizmodo .

Auch diese kleine Macke hatte offenbar wiederum eine Macke:  Zwar konnte man seinem eigenen Twitter-Profil mit der Nachricht "add BarackObama" eben jenen als Follower hinzufügen. Im Twitter-Profil von Barack Obama wurde das aber wohl nicht angezeigt. Wer sich mit diesem Trick eine prominente Follower-Runde zusammengebastelt hatte, um sich am Ruhm und Glanz der Internet-Celebritys zu berauschen, hatte sich zu früh gefreut.

Twitter-Mitarbeiter haben am Montag nicht nur schnell den Fehler behoben, sondern auch alle erschlichenen Follower wieder aussortiert.

Ein Weltereignis

Der Follower-Zähler bei Techcrunch zeigt jetzt wieder knapp 1,4 Millionen Nutzer an, die Internet-Gemeinde kann aufatmen. Über den Twitter-Bug hatten CNN, die "New York Times", die "Financial Times", BBC World und über hundert weitere Nachrichtenseiten berichtet - der kostenlose Kurznachrichtendienst Twitter mit seinen mehr als 100 Millionen Nutzern gehört längst zur gefühlten Web-Infrastruktur, ähnlich wie YouTube und Facebook.

Vor allem in den Anfangstagen ächzte Twitter unter dem Ansturm neuer Nutzer. War die Seite wieder einmal überlastet, bekamen die Anwender nur einen Walfisch zu sehen, der von Vögeln in einem Netz getragen wird - der sogenannte "fail whale", der Fehler-Wal. Der ist so niedlich wie nervend, dass er schon einen eigenen Fanclub im Netz  hat: Dort zeigen Anhänger ihre eigens bedruckten T-Shirts vor, präsentieren Halloween-Kürbisse mit Walfisch-Ausstanzung und nackte Beine mit Fehlerwal-Tattoo.

ore

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