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Hashtags: Diese Debatten prägten das Jahr auf Twitter

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Twitter-Jahresauswertung 2018 #WirSindMehr war der populärste Debatten-Hashtag

Das Jahr ist noch nicht ganz vorbei, aber Twitter hat bereits seinen Jahresrückblick veröffentlicht. Dabei fällt auf: Kampagnen gegen rechts waren für die Nutzer aus Deutschland ein sehr wichtiges Thema.

Worüber diskutiert Deutschland im Netz? Unter dem Motto #DasWar2018 hat Twitter ausgewertet, unter welchen Debatten-Hashtags auf der Plattform in den vergangenen rund elf Monaten besonders viel diskutiert wurde. Nachdem im Vorjahr laut Twitter #FreeDeniz, #WeAreNotAfraid  und #BedForAwayFans vorn lagen, sind in den Top Fünf diesmal gleich vier Hashtags vertreten, die gegen rechte Hetze im Netz mobilisieren.

Auf Platz eins gelandet ist der Hashtag #WirSindMehr , unter dem nach den Vorfällen in Chemnitz dazu aufgerufen wurde, gegen rechte Gruppierungen zu demonstrieren. Die Band Kraftklub hatte unter dem Motto ein Gratis-Konzert in der Stadt initiiert, bei dem Gruppen wie die Toten Hosen und Feine Sahne Fischfilet auftraten, um ein Zeichen gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt zu setzen. 65.000 Menschen nahmen daran teil .

Auf Platz zwei im Ranking der Debatten-Hashtags steht die #MeToo-Debatte, die bereits im Oktober 2017 weltweit ins Rollen gekommen war, in Folge eines Tweets der Schauspielerin Alyssa Milano mit diesem Schlagwort. Nach wie vor berichten unter dem Hashtag #MeToo  viele Frauen davon, dass sie Opfer sexueller Belästigung geworden sind.

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Hashtags: Diese Debatten prägten das Jahr auf Twitter

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Der drittwichtigste Debatten-Hashtag war #ReconquistaInternet , mit initiiert vom Satiriker Jan Böhmermann. Mit der Aktion, die Böhmermann in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" ins Leben rief , wollte er eine Gegenbewegung zur rechtsextremen Trollarmee "Reconquista Germanica" gründen und sich für die "Rückeroberung" des Internets einsetzen.

Die am viert- und fünfthäufigsten genutzten Debatten-Hashtags drehen sich ebenfalls um rechte Hetze. Die meisten Nutzer, die unter #EsReicht  und #Unteilbar  twittern, wollen sich für eine offene Gesellschaft einsetzen. Im Oktober hatten sich offline, in Berlin, mehr als 150.000 Menschen der Großkundgebung "Unteilbar" angeschlossen, um gegen Hass und Rassismus zu demonstrieren.

Exakte Zahlen zu den genannten Hashtags veröffentlichte Twitter zunächst nicht. Mitunter nutzen auch rechte Gruppen oder Kritiker der Kampagnen die genannten Hashtags, um eigene Botschaften zu verbreiten - ihre Tweets dürften in die Auswertung hineingezählt haben.

ngo