24 Zeichen Erster Tweet der Welt bringt bei Auktion fast drei Millionen Dollar

Zugegeben, allzu aufregend war der Inhalt des allerersten Tweets nicht gerade. Trotzdem hat die Botschaft des Twitter-Mitgründers Jack Dorsey bei einer Auktion Millionen eingebracht.
Twitter-Mitgründer Jack Dorsey (Archivbild): Erlös geht nach Afrika

Twitter-Mitgründer Jack Dorsey (Archivbild): Erlös geht nach Afrika

Foto: Anushree Fadnavis / REUTERS

Sogenannte NFTs sind derzeit schwer in Mode. Dabei handelt es sich bei den Non-Fungible Tokens  nicht einmal um kopiergeschützte Werke. Es sind, vereinfacht ausgedrückt, Einträge auf der fälschungssicheren Ethereum-Blockchain. Diese Einträge besagen, wem (genauer: welcher Ethereum-Adresse) die »Originalkopie« eines Werks gehört.

Nun hat ein weiteres NFT viel Geld gebracht. Die digitale Kopie des allerersten Tweets ist für gut 2,9 Millionen Dollar versteigert worden. Dabei erwarb der Höchstbietende, ein Software-Unternehmer aus Malaysia, lediglich eine Art elektronisches Echtheitszertifikat.

Der Twitter-Mitgründer und heutige Firmenchef Jack Dorsey, der die Tweet-Kopie versteigerte, spendete die exakt 2.915.835,47 Dollar (rund 2,45 Millionen Euro) am Montag (Ortszeit) an eine Organisation, die arme Menschen in Afrika unterstützt.

Dorsey schrieb am 21. März 2006 »just setting up my twttr« (etwa: »ich richte gerade mein twttr ein«, wie die Plattform ursprünglich heißen sollte). Es ist die älteste Nachricht, die auf Twitter verfügbar ist.

Die Blockchain ist im Grunde eine Datenbank, die alle Transaktionen mit einem digitalen Artikel speichert und auf viele Rechner im Netz verteilt ist, was sie fälschungssicher macht. Der Höchstbieter Sina Estavi führt die Firma Bridge Oracle, die im Blockchain-Geschäft ist.

Im Vergleich zu anderen NFTs kommt der Erlös für den Tweet fast ein wenig mickrig daher. Vor Kurzem wurde etwa eine Kopie einer Collage des Digitalkünstlers Beeple für gut 69,3 Millionen Dollar versteigert. Das ist ein Rekord für digitale Kunst. Auch hier erwarb der Käufer lediglich ein digitales Echtheitszertifikat - jeder kann eine identische Kopie des Kunstwerks besitzen.

Die Künstlerin Grimes hatte Hunderte hyperkitschige, zum Teil musikalisch unterlegte Cyberbabybilder  verkauft und dafür in 20 Minuten 5,8 Millionen Dollar  eingesackt.

jok/dpa