Fehlfunktion Mysteriöser Twitter-Fehler verunsichert Web-Nutzer

Beim Aufruf etlicher Internetangebote werden Nutzer aufgefordert, eine Datei mit der Endung "torrent" herunterzuladen. Die Vermutung liegt nahe, es könnte sich dabei um Schadsoftware handeln. Doch wahrscheinlicher ist ein anderes Szenario.
Twitter-Logo: Download ohne Aufforderung

Twitter-Logo: Download ohne Aufforderung

Foto: LEON NEAL/ AFP

Ein mysteriöses Fehlverhalten von Webseiten, auf denen ein Tweet-Button eingebaut ist, verunsichert seit dem Wochenende Internetnutzer. Beim Aufruf bestimmter Angebote würden sie zum Herunterladen einer Datei mit der Bezeichnung widgets_tweet_button.html.torrent aufgefordert, berichten etliche Anwender auch bei Twitter selbst. Betroffen sind offenbar Webseiten in aller Welt. Auch bei SPIEGEL ONLINE tritt das Phänomen auf. Solange Twitter das Problem nicht geklärt hat, deaktiviert SPIEGEL ONLINE die Tweet-Buttons auf seinen Seiten.

Ersten Erkenntnissen zufolge enthält die heruntergeladene Datei allerdings keinen Schadcode. Vielmehr haben Experten darin bisher lediglich einen Link gefunden , der auf die Amazon Web Services (Amazon AWS) verweist. Amazon vermietet Server-Infrastruktur, viele große Webangebote nutzen AWS, darunter Instagram und die Twitter-Tochter Vine.

Bis zur Veröffentlichung dieses Artikels hat Twitter nicht auf Fragen von SPIEGEL ONLINE geantwortet. Es ist unklar, was bei dem US-Konzern schiefläuft. Eine plausible Theorie: Aufgrund der Torrent-Dateiendung vermutet das Weblog "Torrentfreak " einen Zusammenhang mit der Infrastruktur, über die Twitter Updates und neue Software an seine Server verteilt. Seit 2010 ist der Kurznachrichtendienst dazu übergegangen solche Software über ein als Murder bezeichnetes System  zu verteilen, das Bittorrent-Technologie nutzt.

Aufgrund der verteilten Struktur dieser Technik sei es damit bei weitem schneller möglich, Patches und Updates zu verbreiten. Vorgänge die zuvor Dutzende Minuten gedauert haben, seien damit binnen Sekunden erledigt. Entsprechend interpretieren die Experten von "Torrentfreak" dann auch den Inhalt der mysteriösen Datei. Der Link verweise schlicht und einfach auf den Twitter-Button, den Websites bei jedem Seitenaufruf dynamisch von den Amazon-Servern nachladen.

Unklar war am Montagnachmittag, warum nur relativ wenige Anwender von der Twitter-Fehlfunktion betroffen sind. Das Unternehmen sucht offenbar selbst noch eine Antwort auf die Frage, ob es sich um einen Fehler bei Twitter oder womöglich um einen Hack handelt.

mak
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