450.000 Euro Irische Datenschützer verhängen Strafe gegen Twitter 

Zum ersten Mal muss eine US-Internetfirma wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung eine Geldstrafe zahlen.
Twitter-Logo (Archivbild)

Twitter-Logo (Archivbild)

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

Wegen Verstößen gegen europäische Datenschutzregeln hat die irische Datenschutzbehörde gegen Twitter eine Geldstrafe verhängt. Das Unternehmen müsse 450.000 Euro zahlen, gaben die Regulierer am Dienstag bekannt .

Es ist das erste Mal, dass ein US-Unternehmen im Rahmen der 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zur Rechenschaft gezogen wird. Aufgrund eines Programmierfehlers waren in Twitters Android-App Anfang 2019 zeitweilig einige geschützte, also eigentlich nur einem eingeschränkten Publikum zugängliche Tweets für jedermann lesbar. Das Unternehmen hatte es damals versäumt, die irische Datenschutzbehörde DPC (Data Protection Commission) innerhalb der vorgeschriebenen Frist von 72 Stunden über den Vorfall zu informieren.

Da Twitter ähnlich wie Facebook, Apple und Google seinen europäischen Hauptsitz in Irland hat, ist die irische Datenschutzbehörde für das Unternehmen verantwortlich. Diese kritisierte vor allem Versäumnisse beim Melden wie auch Erklären der Umstände des Fehlers.

Twitter sieht sich in der Verantwortung

Twitter begründete die Verzögerungen beim Melden des Vorfalls mit Mitarbeiterengpässen in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr 2018. Dies werde nicht mehr vorkommen, verspricht das Unternehmen in einer Stellungnahme an das Magazin »Techcrunch« . Sollte es erneut zu Problemen kommen, würden diese umgehend öffentlich gemacht.

Zudem erklärte ein Unternehmenssprecher, man übernehme die volle Verantwortung für den Vorfall. »Wir schätzen die Klarheit, die diese Entscheidung für Unternehmen und Verbraucher in Bezug auf die Anforderungen der DSGVO zur Benachrichtigung bei Datenschutzverletzungen bringt«, heißt es in Twitters Erklärung weiter.

Die irische Datenschutzbehörde ermittelt aktuell in mehr als 20 Fällen gegen US-Technologiefirmen. Sie kann Strafen in Höhe von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes oder 20 Millionen Euro verhängen. 

mak/Reuters
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