Wirre Aussagen voller Hass Twitter löscht Konto von Steve Bannon

Der ehemalige Trump-Berater hat in seinem Podcast den Tod des FBI-Direktors und des Pandemieexperten Anthony Fauci gefordert. Mehrere Social-Media-Dienste entfernten Bannons Aussagen daraufhin – doch nicht alle reagierten.
Rechtspopulist Steve Bannon macht Stimmung für Trump

Rechtspopulist Steve Bannon macht Stimmung für Trump

Foto: Jonathan Bachman/ REUTERS

Der Rechtspopulist Steve Bannon hat zu Gewalt gegen den US-Gesundheitsberater Anthony Fauci und FBI-Direktor Christopher Wray aufgerufen. In einer Ausgabe seines Podcasts "War Room: Pandemic" sprach er darüber, dass beide geköpft werden könnten.

Die Videoplattform YouTube löschte daraufhin die Folge. Twitter entfernte den Account von Bannons Podcasts, der rund 60.000 Follower hatte. Auf Facebook war Bannons Beitrag für rund zehn Stunden online und wurde fast 200.000 Mal angesehen, wie CNN berichtete . Auch Facebook löschte den Beitrag schließlich.

Auf der Audioplattform Spotify war Bannons Podcast am Donnerstag nicht mehr abrufbar. Apple Podcast bietet die Folge am Freitagvormittag deutscher Zeit weiterhin an.

Mittelalterliche Gewaltfantasien

Bannon sagte in dem Podcast wörtlich: "Ich würde ihre Köpfe aufspießen und sie auf den Seiten des Weißen Hauses aufstellen. Als Warnung für Bundesbürokraten: 'Entweder ihr macht mit oder euch wird es auch so ergehen!'". Weiter erinnerte Bannon an die Zeit der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung: "Die Revolution war keine Gartenparty, das war ein Bürgerkrieg."

Bannon sagte auch, dass Trump die Wahl gewonnen habe, obwohl das Endergebnis in mehreren US-Bundesstaaten noch aussteht. Mit seinen Aussagen verstößt Bannon gegen mehrere Regeln der Plattformen. Diese verbieten unter anderem Beiträge, die die Integrität von Wahlen fälschlich in Zweifel ziehen oder Gewaltaufrufe.

Bannons Podcast wurde zuvor unter anderem auch von Anhängern der antisemitischen QAnon-Bewegung in rechtsextremen Foren beworben.

Twitter, Facebook und andere Plattformen haben aktuell Schwierigkeiten, die Verbreitung von Desinformationen rund um die US-Wahl zu verhindern. Trumps Anhänger fordern unter dem Hashtag "STOPTHESTEAL", die Auszählung der verbleibenden Briefwahlstimmen zu unterbinden, und sprechen von einem Wahlbetrug. Nach den bisherigen Erkenntnissen des Deutschlandchefs der OSZE gibt es jedoch keinerlei Probleme bei der Briefwahl. 

Steve Bannon wurde 2016 zum Chefstrategen des Weißen Hauses ernannt und war anfangs wichtigster Berater der Trump Regierung. Nur ein Jahr später wurde bekannt gegeben, dass er nicht mehr länger in dieser Funktion tätig sein würde. Seitdem fällt Bannon immer wieder durch rechtspopulistische Initiativen und Äußerungen auf. 2020 wurde er wegen Geldwäscheverdacht und Spendenbetrugs verhaftet. Bannon wies die Anschuldigungen zurück.

amm
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