Ferguson-Proteste Anonymous kapert Ku-Klux-Klan-Accounts

Aktivisten haben zwei Twitterkonten des Ku-Klux-Klan übernommen. Die Rassisten hatten angekündigt, mit tödlicher Gewalt gegen Demonstranten in Ferguson vorzugehen.

Anonymous-Anhänger (Symbolbild): Stellt Klan-Anhänger bloß
Getty Images

Anonymous-Anhänger (Symbolbild): Stellt Klan-Anhänger bloß


Anonymous-Anhänger konnten offenbar zwei wichtige Twitterkonten des Ku-Klux-Klan übernehmen, @KuKluxKlanUSA und @YourKKKCentral. Außerdem blockierten sie zeitweise eine Website der rassistischen Vereinigung. Mit der #OpKKK genannten "Operation" reagierten Anonymous-Anhänger auf eine Kampagne der Rassisten gegen die Protestierenden in der Stadt Ferguson.

Ein weißer Polizist hatte in Ferguson im August einen schwarzen Teenager erschossen. Danach kam es zu heftigen Protesten gegen den Umgang der meist weißen Polizeibeamten mit der schwarzen Bevölkerung. Eine sogenannte Grand Jury soll demnächst über das weitere juristische Vorgehen im Fall des Todesschützen entscheiden.

Deshalb hatte sich der Ku-Klux-Klan in den vergangenen Wochen eingemischt. Eine Gruppe namens "Traditionalist American Knights of the Ku Klux Klan" drohte Protestierenden tödliche Gewalt an, berichtet eine lokale Zeitung.

Die Anonymous-Anhänger veröffentlichten über den offiziellen Twitter-Account des Ku-Klux-Klan das Bild eines erhängten Klan-Mitglieds in weißer Kutte und kündigten eine weitere Erklärung an. Außerdem verteilten sie unter dem Hashtag #OpKKK Informationen über Anhänger des Klans in Ferguson und Umgebung.

In einer Mitteilung an die Nachrichtenseite "ZDNEt" heißt es weiter, man habe sich Zugang zu privaten Accounts verschafft und könne weitere Mitglieder bloßstellen.

ore



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
lionfighter 17.11.2014
1. wie kann es sein...
... dass es heute noch so extremistische Verblendete gibt? In was für einer Welt leben diese Leute aus Ferguson eigentlich? Schwarzer Humor beiseite: Ich empfinde den gesamten Verlauf des Vorfall als Armutszeugnis für die Durchsetzung der Menschenrechte in den USA.
holy10 17.11.2014
2. Stimme Kommentar Nr.1 zu
"... Ich empfinde den gesamten Verlauf des Vorfall als Armutszeugnis für die Durchsetzung der Menschenrechte in den USA." So sehe ich das auch. Auch das Verhalten der Leute von anonymus ist höchst fragwürdig.
vonhier 17.11.2014
3. Piraten der Daten
Anonymous-Anhänger sind nicht die "Guten", wenn sie tun, was man der NSA vorwirft. Bei denen soll gut sein, was der Staat nicht dürfen soll. Zwei Kommentare und keinen Widerspruch zu dem Treiben dieser selbsternannten RobinHood-Bande, die nichts anderes als Datenschnüffler sind. Diese Piraten der Daten(reimt sich leider) sind so oder so abstossend. Ich mag die nicht.
ijf 17.11.2014
4. klasse
Anonymus hat schon definitiv dümmere Aktionen gestartet. Ob den A-Aktivisten klar ist, dass sich beim KKK zwar einerseits geistig völlig unbelichtete Rassisten tummeln, einige von ihnen aber heutzutage andererseits durchaus helle genug sein könnten, durch clevere Hacks herauszufinden, wer sie da blamed? Und das ihnen, angesichts ihrer anderen Aktionen, der RECHTS- Staat möglicherweise gar nicht oder nur sehr zögerlich beistehen wird, wenn der KKK in der echten Welt zum Gegenschlag aufholen sollte?
an°n 17.11.2014
5. @vonhier
Besser also, wenn der KKK weitermachen könnte? Die mögen zwar eine verrückte Bande sein, aber die stehen dafür ein, was die machen. Ganz ehrlich: Warum ist der KKK-Twitter account nicht schon vor ewigen Zeiten gelöscht worden? NSA hat doch die Mittel. Ach ja, die kümmert's nicht.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.