Als Reaktion auf Putins Krieg Teenager twittert Flüge von Oligarchenjets

Elon Musk soll ihm 5000 Dollar geboten haben, damit er aufhört, die Flüge seiner Privatjets zu twittern. Nun hat Jack Sweeney neue Ziele: Er veröffentlicht, wo die Maschinen von russischen Superreichen fliegen.

Es ist gerade einen Monat her, da machte Jack Sweeney Schlagzeilen. Der 19-Jährige aus Florida hatte einen Twitter-Bot geschrieben, der automatisch die Flugbewegungen von Elon Musks Jet verfolgte und ins Netz stellte. Der Tesla- und SpaceX-Gründer soll ihm 5000 Dollar geboten haben, damit er damit aufhört. Nun hat Sweeney zwei neue Bots programmiert. Einer soll zeigen, wo die Flugzeuge und Hubschrauber russischer Oligarchen unterwegs sind. Ein anderer versucht die Maschinen zu verfolgen, in denen Russlands Präsident Wladimir Putin fliegen könnte.

Am 27. Februar hat Sweeney einen neuen Account mit der Bezeichnung Russian Oligarch Jets eingerichtet, auf dem sein Twitter-Automat immer dann eine Nachricht postet, wenn einer der von ihm verfolgten Flieger unterwegs ist. Der erste Eintrag zeigte an, dass eine Bombardier BD-700 Global aus dem Besitz von Roman Abramowitsch in Riga gelandet ist.

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Die Bombardier ist eines der kleineren Flugzeuge aus der Flotte des Multimilliardärs, der sich 2003 den britischen FC Chelsea gegönnt hat . Zu seinem Bestand gehört seit 2021 auch ein Dreamliner von Boeing, Kostenpunkt angeblich 350 Millionen Dollar . Seine alte Boeing 767-300 war ihm möglicherweise nicht mehr groß genug. Im Linienbetrieb kann dieser Typ bis zu 375 Passagiere transportieren, Abramowitschs Luxusversion hatte nur Platz für 34. Nun steht das Flugzeug zum Verkauf .

Nachzuverfolgen, wo Luxus-Jets wie dieser unterwegs sind, scheint viele Menschen zu interessieren. Der Twitteraccount Russian Oligarch Jets hat bereits mehr als 100.000 Follower, die jetzt zusehen können, wenn ein Hubschrauber von Abramowitsch in der Karibik unterwegs  ist oder der Airbus A340 des usbekischen Oligarchen Alischer Usmanow Taschkent anfliegt. Insgesamt verfolgt der Account 39 Flugzeuge und Helikopter, die 19 Eigentümern zugeordnet sind.

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Zumindest eines dieser Flugzeuge ist allerdings fälschlicherweise einem russischen Milliardär zugeordnet. Wie die »Süddeutsche Zeitung « berichtet, sorgte am Montag auf Twitter eine Meldung für Aufregung, wonach Alexander Abramov trotz des Flugverbots für russische Flugzeuge innerhalb der EU in München gelandet sei. Tatsächlich aber habe die Maschine nichts mit dem russischen Oligarchen zu tun, erklärten übereinstimmend die Betreiberfirma K5 Aviation und das Luftfahrtbundesamt. Offenbar hatte sich das Gerücht, die Maschine gehöre Abramov, im Internet verbreitet, weil sie die Kennung D-ALEX trägt.

Ohnehin darf man nicht davon ausgehen, dass in jedem der von Sweeney verfolgten Flugzeuge immer auch dessen Besitzer unterwegs ist. Das gilt auch für die Flugzeuge, die Sweeney mit dem Account Russian VIP & Putin Jets zu verfolgen versucht. Denn dabei handelt es sich, wie der 19-Jährige selbst schreibt, um eine Reihe von VIP-Flugzeugen, die »Putin benutzen könnte«. Bisher findet sich dort nur zwei Einträge: Der Start und die Landung einer Iljushin IL-96, die laut Radarbox von Moskau nach Ufa und zurück geflogen ist .

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Eine Anfrage, ob er, analog zu dem Angebot von Elon Musk, bereits finanzielle Offerten von Oligarchen bekommen hat, um seine Bots zu stoppen, hat Sweeney bisher nicht beantwortet.