Russische Propaganda YouTube, TikTok und Microsoft sperren RT

Mehrere große Techunternehmen wollen den Zugang zu den russischen Sendern RT und Sputnik mindestens erschweren. Auf Telegram bekommt RT derweil Unterstützung von Querdenkern.
App von RT

App von RT

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Die Videoplattform YouTube sperrt die Kanäle der russischen Staatssender RT und Sputnik europaweit. »Aufgrund des andauernden Krieges in der Ukraine sperren wir mit sofortiger Wirkung YouTube-Kanäle, die mit RT und Sputnik in Europa verbunden sind«, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Es werde eine Weile dauern, bis die Maßnahmen technisch umgesetzt werden. »Unsere Teams beobachten die Situation weiterhin rund um die Uhr, um schnellstmöglich zu handeln.«

Im vergangenen September hatte YouTube bereits die deutschsprachigen Kanäle von RT gesperrt und entfernt. Damals hatte der Google-Dienst dem Staatssender im Kontext von Falschinformationen zur Coronapandemie wiederholte Verstöße gegen die Richtlinien von YouTube vorgeworfen.

RT und Sputnik stehen im Westen immer wieder als Propagandainstrument des Kremls in der Kritik. Zentraler Vorwurf: Der Sender verbreite im Auftrag des russischen Staates Verschwörungstheorien und Desinformationen. Am vergangenen Wochenende hatte auch die EU-Kommission ein Verbot für RT und Sputnik verhängt. Wie das Verbot im Detail umgesetzt werden soll, steht allerdings noch nicht fest.

Nicht nur YouTube reagiert

Die Kurzvideoplattform TikTok teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, sie habe den Zugang russischer Staatsmedien zu ihrer Plattform in der EU ebenfalls eingeschränkt.

Microsoft wiederum erklärte, RT aus seinem App-Store zu entfernen und keine Inhalte von RT oder Sputnik in den Newsfeeds von Windows  und MSN.com mehr zu zeigen. Zudem will das Unternehmen den Algorithmus seiner Suchmaschine Bing ändern, um Inhalte von RT und Sputnik in den Ergebnissen nach unten zu verschieben.

Die Facebook-Muttergesellschaft Meta hatte am Montag angekündigt, den Zugang zu RT und Sputnik in der Europäischen Union zu beschränken. Meta-Vizepräsident Nick Clegg begründete die Entscheidung mit der »außergewöhnlichen Natur der aktuellen Situation«.

Twitter: »Verstehen, wer hinter den Inhalten steht«

Twitter hingegen will Nachrichten mit Verbindungen zu russischen, dem Staat nahestehenden Medien lediglich mit Warnhinweisen versehen. Twitters Verantwortlichem für die Integrität der Plattform, Yoel Roth, zufolge gibt es auf Twitter pro Tag mehr als 45.000 Tweets, die Links zu diesen Medien teilen. »Unser Produkt sollte es einfach machen, zu verstehen, wer hinter den Inhalten steht und was ihre Motivationen und Absichten sind«, erklärte er. Daneben unternehme die Plattform auch Schritte, »um die Verbreitung dieser Inhalte auf Twitter deutlich zu reduzieren«, so Roth.

Auf seiner eigenen Website ist RT weiterhin erreichbar, zudem bekommt der Sender Unterstützung aus der deutschen Querdenkerszene. Wie Josef Holnburger, Experte für Verschwörungserzählungen vom gemeinnützigen Center für Monitoring, Analyse und Strategie (CeMAS), bemerkte , streamt der bekannte Querdenker Bodo Schiffmann derzeit die RT-Inhalte über seinen Telegram-Kanal. In den vergangenen Tagen habe zudem der Telegram-Kanal von RT Deutsch erheblich an Abonnenten gewonnen, so Holnburger.

pbe/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.