Umfrage zum Datenschutz Online misstrauen die Deutschen dem Staat

Seit der NSA-Affäre ist das Internet in Sachen Privatsphäre für die Deutschen zur Bedrohung geworden. Dabei fürchten die Bürger den Staat noch mehr als große Internetfirmen und Cyber-Kriminelle.
Demonstranten vor neuer BND-Zentrale in Berlin (Archivbild): Nur neun Prozent fühlen sich im Netz nicht bedroht

Demonstranten vor neuer BND-Zentrale in Berlin (Archivbild): Nur neun Prozent fühlen sich im Netz nicht bedroht

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Pünktlich zum Jahrestag der Enthüllungen durch Edward Snowden hat der IT-Branchenverband Bitkom 1000 repräsentativ ausgewählte Deutsche ab 14 Jahren zu ihrem Vertrauen in die Sicherheit ihrer Daten befragt. Und dieses Vertrauen ist ziemlich gering, wie das jetzt vorgestellte Ergebnis zeigt .

86 Prozent der Befragten erklärten, sie würden ihre Daten im Netz für unsicher halten. Damit ist der Glaube an funktionierenden Datenschutz weiter geschwunden. Bei gleicher Fragestellung misstrauten im Jahr 2011 nur 55 Prozent der Datensicherheit im Web.

Der Umgang der Bundesregierung mit den bekannt gewordenen Überwachungsszenarien hat die Bevölkerung messbar ernüchtert. War es 2011 mit 40 Prozent der Befragten nur eine Minderheit, die staatlichen Stellen im Umgang mit persönlichen Daten misstraute, ist dieser Wert zuletzt auf 71 Prozent emporgeschnellt.

Damit schneiden die Behörden noch schlechter ab als private Unternehmen. Gegen Facebook, Google und Co. hegen 67 Prozent Argwohn. 2011 waren es nur 46 Prozent, die gegenüber der Privatwirtschaft in Sachen Privatsphäre Vorbehalte hatten. Nicht nur unsicher, sondern regelrecht bedroht fühlt sich inzwischen jeder zweite Internetnutzer (53 Prozent).

Die Angst gilt auch hier zuerst staatlichen Stellen, sie ist sogar noch geringfügig größer als die Furcht vor Online-Kriminellen. Das Vertrauen ins Internet scheint nachhaltig erschüttert. Nur noch neun Prozent der Teilnehmer gaben bei der Umfrage an, sich im Netz überhaupt nicht bedroht zu fühlen.

meu
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