Umfrage Internet fördert Zwei-Klassen-Gesellschaft

Web-Surfer sind optimistisch, Neuem gegenüber aufgeschlossen, haben Spaß an der Arbeit und ein Herz für die kleinen Parteien. Das sind einige der Ergebnisse einer in ihrem Umfang bisher einmaligen Studie, die SPIEGELreporter und SPIEGEL ONLINE bei Emnid in Auftrag gegeben haben.


Hamburg - Die Umfrage unter 1000 Viel-Surfern und 1000 Nicht-Surfern liefert deutliche Anzeichen dafür, dass Menschen durch den Gebrauch des Internets ihre Lebenseinstellungen ändern. Das Web verändert nicht nur die Welt, sondern auch seine Nutzer. Die Bundesrepublik ist auf dem Weg in eine neue Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Das Web verändert die Lebenseinstellung: Surfer in einem Internet-Café in Leipzig
DPA

Das Web verändert die Lebenseinstellung: Surfer in einem Internet-Café in Leipzig

87 Prozent der Viel-Surfer gaben dem Bericht zufolge an, dass sie optimistisch in die Zukunft sehen. Bei den Deutschen ohne Netzanschluss seien es nur 74 Prozent gewesen. Auch in der politischen Einstellung gibt es Unterschiede: Von den Netz-Benutzern wählen laut Emnid 14 Prozent die FDP und elf Prozent die Grünen, bei den Nichtnutzern kommen diese Parteien auf einen Anteil von nur sieben und fünf Prozent. Von den jungen Surfern zwischen 20 und 24 Jahren wählen der Umfrage zufolge sogar 20 Prozent die Liberalen.

Außerdem lesen die Vielnutzer nach eigenen Angaben mehr Bücher, sind erfolgreich im Beruf und verdienen im Durchschnitt mehr Geld. Dafür setzten sich Deutsche ohne Internet-Zugang mehr für Menschenrechte, Umwelt und Tierschutz ein, hieß es. Das Lebensziel von 26 Prozent der Viel-Surfer sei: "Ich will Macht und Einfluss."

Die kompletten Umfrage-Ergebnisse zuzüglich des Fragenkatalogs als Vote werden ab Dienstag, den 25. Juli, bei SPIEGEL ONLINE unter www.spiegel.de veröffentlicht.



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