Veröffentlichung von Daten angedroht Hacker erpressen die Universität Duisburg-Essen

»Große Teile« der internen IT-Systeme sind verschlüsselt: Eine Cyberattacke stört die Abläufe an der Universität Duisburg-Essen. Die Folgen reichen von angepassten Abgabefristen bis zum Lesen von E-Books.
Gelände der Universität Duisburg-Essen: Mehr als 41.000 Menschen studieren an der Hochschule

Gelände der Universität Duisburg-Essen: Mehr als 41.000 Menschen studieren an der Hochschule

Foto: Hans Blossey / IMAGO

Ein Hackerangriff bringt den Alltag an der Universität Duisburg-Essen durcheinander. Wie die Universität selbst mitteilt , sind ihre Computersysteme am Wochenende Ziel einer Attacke geworden. Als Reaktion auf den Angriff sei die gesamte IT-Infrastruktur heruntergefahren und vom Netz getrennt worden. Infolgedessen seien nun zentrale Dienste wie das E-Mail-System, die Microsoft-Office-Anwendungen und interne Verwaltungssysteme nicht mehr verfügbar. Auch die Festnetztelefonie der Uni sei von den Problemen betroffen, heißt es.

Bei dem Angriff handelt es sich um eine sogenannte Ransomware-Attacke: Die Angreifer drangen in die internen Systeme ein und verschlüsselten laut Angaben der Universität »große Teile« davon. Anschließend forderten sie ein Lösegeld, zu dessen Höhe die Hochschule bislang keine Angaben machte. Der Rektorin Barbara Albert zufolge  drohen die Hacker zudem damit, bei dem Angriff erbeutete Daten im Darknet zu veröffentlichen. Diese Form der doppelten Erpressung der Opfer ist bei Ransomware-Attacken mittlerweile Usus.

Der Fall beschäftigt jetzt die Cyber-Experten der Staatsanwaltschaft Köln. Dem WDR zufolge  rechnet die Behörde mit einem schwierigen Ermittlungsverfahren. Ein Sprecher sagte dem Sender, erfahrungsgemäß seien solche Angriffe auf internationale Hackergruppen zurückzuführen. Im aktuellen Fall sei man bislang in einem frühen Stadium und ermittle noch gegen Unbekannt.

Arbeiten dürfen später abgegeben werden

Die Universität Duisburg-Essen zählt mit mehr als 41.000 Studierenden zu den größten Hochschulen Deutschlands. Ihr Internetauftritt ist seit dem Vorfall stark eingeschränkt, erreichbar ist nur noch eine Art Rumpfversion . Unter uni-due.org steht aber eine Info-Seite speziell für Studierende und Mitarbeiter im Netz . Dort heißt es, IT-Spezialisten der Hochschule seien bereits dabei, den Schaden zu erheben und die betroffenen Systeme wiederherzustellen. Wie lange dies dauern werde, sei jedoch unklar.

Die Angaben auf der Info-Seite lassen erahnen, wie sehr sich die Attacke auf den Uni-Alltag auswirkt. So heißt es dort zum Beispiel, dass die Abgabefristen aller schriftlich einzureichenden Prüfungsarbeiten pauschal um 14 Tage verlängert werden. Ebenso wird klargestellt, dass derzeit keinerlei Zeugnisse und Notenspiegel ausgestellt werden können, ebenso wenig Bescheinigungen, die sich auf Informationen aus dem Campusmanagementsystem beziehen.

Auch in der Bibliothek der Hochschule gibt es Einschränkungen : Das WLAN und die dortigen PC-Arbeitsplätze stehen nicht zur Verfügung, auch die Drucker und Kopierer sind außer Betrieb. Zudem lässt sich den Angaben zufolge derzeit »die Mehrzahl der E-Books und elektronischen Zeitschriften« nicht mehr nutzen.

Der Lehrbetrieb indes werde »regulär in Präsenz fortgeführt«, heißt es auf der Info-Seite der Universität und auf ihren Social-Media-Kanälen, »sofern die Studierende keine weiteren Informationen über ihre Fakultäten bekommen.«

mbö
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