Android-App US-Verlage verkaufen Flatrate für Tablet-Magazine

"Time", "Vanity Fair", "New Yorker": Fünf US-Verlage vertreiben Digitalausgaben ihrer Wochen- und Monatsmagazine im Flatrate-Paket für 10 oder 15 Dollar im Monat - vorerst nur an Android-Nutzer.
"Time", "Popular Mechanics": Next Issue Media bietet 32 US-Magazine im Flatrate-Abo

"Time", "Popular Mechanics": Next Issue Media bietet 32 US-Magazine im Flatrate-Abo

Lesen, so viel der Leser kann, das Ganze zum Fixpreis von 9,99 Dollar oder 15 Dollar pro Monat. Das ist das Kern des neuen Angebots, mit dem die amerikanischen Verlagsriesen Condé Nast, Hearst, Meredith, News Corp und Time den Online-Markt für Magazine aufmischen wollen. Die Planungen laufen bereits seit 2009. Damals schlossen sich die Verlage zusammen, um einen digitalen Kiosk zu schaffen.

Das Konsortium bietet seinen Lesern unter dem Namen "Next Issue Media" (NIM) ein Zweistufen-Modell an. Gegen eine Gebühr von zehn Dollar bekommen Interessenten Zugriff auf die Monatstitel, wer noch fünf Dollar drauflegt, kann auch in der virtuellen Version von diversen Wochentiteln wie zum Beispiel dem "New Yorker" blättern. Insgesamt steht derzeit eine Auswahl von 32 Titeln zur Lektüre bereit, im Verlauf des Jahres soll das Angebot auf 75 Titel aufgestockt werden. Dabei müssen sich die Leser nicht wie bei Abos sonst üblich auf einen Titel festlegen, sondern können sich frei aus dem Komplettangebot  bedienen.

Mit diesem Schritt wollen die Macher offensichtlich den Magazinmarkt für Tablet-Rechner beleben. In den Vereinigten Staaten machen die bezahlten Digitalabos derzeit nur ein Prozent aller Magazin-Abonnements  aus.

iPad-Besitzer müssen warten

Obwohl das "Netflix für Magazine" auf den ersten Blick recht vielversprechend aussieht, gibt es einige Einschränkungen, die den Genuss erheblich mindern. Die erste Hürde für den potentiellen Nutzer ist technischer Art. Um an das Angebot zu kommen, muss sich der Flatrate-Leser in spe zunächst eine App holen, und die läuft nur auf Geräten mit Android 3.x, alias Honeycomb, und höher.

Diese Software ist aber in der Android-Welt gerade mal auf 6,2 Prozent der Geräte installiert  - allerdings dürfte auf dem Großteil der Android-Tablets eine dieser Versionen laufen, Tablets mit Android 2.x sind die Ausnahme. Allerdings läuft auf dem Amazon-Tablet Kindle Fire eine weiterentwickelte Version eines Android 2.x - die Besitzer dieses in den USA recht erfolgreichen Tablets sind also ausgeschlossen, ebenso wie iPad-Besitzer. Eine App für Apple-Geräte soll aber folgen.

Eine Kombination mit Print-Abos ist bei der Tablet-Flatrate nicht vorgesehen. Die Abonnenten haben Zugriff auf ältere Digitalausgaben der Magazine - dieses Archiv enthält aber nur nach dem 1. Januar 2012 veröffentlichte Ausgaben.

Die Herausgeber selbst sehen das Projekt als Experiment an. John Loughlin , beim Verlag Hearst für den Tablet-Bereich zuständig, formuliert es so: "Niemand hat das bislang versucht, und dafür gibt es auch gute Gründe. Jeder, der sagt, er habe die Antwort, oder sein Modell würde in fünf Jahren erfolgreich sein, ist unseriös. Wir sind noch im Lern-Modus."

meu
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