US-Wahl Unbekannte orderten massenhaft Briefwahl-Unterlagen

Online-Angriff auf die Wahl des US-Präsidenten: In Miami haben Unbekannte versucht, über das Internet an mehr als 2500 Briefwahl-Unterlagen zu gelangen. Nun warnen Experten vor weiteren Schwachstellen.
Wahlurne in den USA (Archivbild): Wollten Unbekannte die Abstimmung manipulieren?

Wahlurne in den USA (Archivbild): Wollten Unbekannte die Abstimmung manipulieren?

Foto: BRENDAN SMIALOWSKI/ AFP

Bei der Wahl des US-Präsidenten im vergangenen Jahr haben Unbekannte versucht, an mehr als 2500 Briefwahl-Unterlagen zu gelangen. Wie aus Gerichtsakten hervorgeht, wurden dazu Anträge über die Website von Miami-Dade County im Bundesstaat Florida eingereicht. Laut NBC News  ist es der erste bekanntgewordenen Fall eines solchen Online-Angriffs auf die Wahl.

Der mutmaßliche Betrugesversuch fiel allerdings auf: Wahlhelfer sortierten die massenhaften Abfrage aus. Ein Großteil soll über einige wenige Rechner in Irland, Großbritannien und Indien geschickt worden sein. Doch selbst wenn die Wahlunterlagen verschickt worden wären, hätten die 2500 Stimmen den Ausgang der Wahl nicht verändert. In Florida gibt es immer wieder Probleme bei der Wahl.

Nachdem das Verfahren eigentlich schon im Januar eingestellt worden war, gibt es nun offenbar neue Spuren: Mittlerweile liegen IP-Adressen von Anschlüssen in den USA vor. Von dort sollen die Anträge ursprünglich bestellt worden sein, die Server im Ausland dienten demnach nur der Verschleierung der Spuren.

Gegenüber NBC News  wies ein Experte darauf hin, dass die Angreifer es in anderen Bundesstaaten einfacher gehabt hätten, sich an der Wählerregistrierung zu schaffen zu machen: Er habe dem FBI im vergangenen Jahr demonstriert, wie man in Washington und Maryland über eine Website die Daten von Wählern verändern konnte. Dazu musste er nur das Kfz-Kennzeichen der Wähler raten - die auf Anfangsbuchstaben von Namen und Geburtsjahrgängen basieren.

Auch an der Zuverlässigkeit von Wahlmaschinen, wie sie in den USA eingesetzt werden, gibt es immer wieder Zweifel. Die Befürchtung: Eine Manipulation des Systems, ob am Wahlcomputer, Netzwerk oder bei der Auszählung, ließe sich anschließend unter Umständen nicht nachweisen. In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht solche Hilfsmaßnahmen 2009 verboten: Die Wahlcomputer entsprächen nicht demokratischen Standards.

ore
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