USA eBay senkt Auktionsgebühren

Als Monopolist konnte eBay in den letzten Jahren seine Gebühren fast nach Belieben erhöhen. Nach Protesten der Mitglieder senkt das Auktionshaus nun in den USA die Preise. Auch automatisierte E-Mail-Antworten werden abgeschafft. In Deutschland bleibt vorerst alles beim Alten.

Wenn es um das Erhöhen der Gebühren ging, zeigten sich die eBay-Manager in den vergangenen Jahren als knallharte Geschäftemacher. Im Sommer 2003, als eBay in Deutschland erstmals 16 Prozent Mehrwertsteuer auf die Auktionsprovisionen umlegen musste, wurden die Kosten nicht etwa um 16 Prozent, sondern um 25 bis 30 Prozent nach oben gesetzt.

Auch in den USA kannten die Gebühren nur eine Richtung: nach oben. Doch offenbar haben die eBay-Manager dort etwas zu heftig an der Preisschraube gedreht. Wie der neue eBay-Boss Bill Cobb in einer Nachricht an alle Mitglieder mitteilte , senkt das Auktionshaus in den USA die minimalen Startgebühren einer Versteigerung von bisher 30 auf 25 Cent. Für professionelle Verkäufer erlässt eBay einmalig die Monatsgebühren so genannter eBay-Stores in Höhe von 16 Euro.

"Ich verbringe viel Zeit damit, um der eBay-Community zuzuhören", erklärte Cobb. In letzter Zeit habe es viele Beschwerden über gestiegene Gebühren gegeben. Auch der Kundensupport stehe in der Kritik.

"Wir haben nicht genug investiert, um unseren Kundenbetreuern die Werkzeuge und die Flexibilität zu geben, sich tatsächlich um die Mitglieder kümmern zu können", bekannte der Firmenchef. In den nächsten 90 Tagen solle es keine automatisierten E-Mail-Antworten mehr auf Kundenanfragen geben.

Diese auch bei eBay Deutschland sehr verbreitete Praxis erregt immer wieder den Unmut der Mitglieder. Hinweise auf Betrüger werden beispielsweise häufig nur mit Textbausteinen abgespeist, anstatt beherzt einzugreifen und größere Schäden abzuwenden. "Unsere User werden eine 'echte' E-Mail-Antwort auf ihre Fragen bekommen", versprach Cobb.

Die Ankündigungen des eBay-Chefs beziehen sich ausschließlich auf die USA und Kanada. Preissenkungen für Deutschland sind offenbar nicht geplant. Bei den Einstellgebühren verwies Cobb ausdrücklich auf eBay Deutschland. Dort würden die Kosten schon immer bei 25 Cent liegen, wovon die Mitglieder profitiert hätten, weil überdurchschnittlich viele Auktionen mit niedrigeren Mindestgeboten beginnen würden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.