Nach Drohnenabschuss US-Militär legt angeblich iranische Computersysteme lahm

Als Reaktion auf den Abschuss einer Drohne soll das US-Cyberkommando eine Datenbank der Iranischen Revolutionsgarden zerstört haben. Laut Medienberichten ist der Schaden bis heute nicht behoben.

Angebliche Wrackteile einer abgeschossenen US-Drohne wurden im iranischen Fernsehen gezeigt
Iran State TV IRIB/ EPA-EFE/ REX

Angebliche Wrackteile einer abgeschossenen US-Drohne wurden im iranischen Fernsehen gezeigt


Das Cyberkommando der Vereinigten Staaten (USCYBERCOM) hat nach Informationen der "New York Times" und der "Washington Post" militärische Computersysteme im Iran lahmgelegt. Der Angriff auf Kommunikationsnetze und eine Datenbank der Iranischen Revolutionswächter erfolgte demnach bereits am 20. Juni, als Reaktion auf den Abschuss einer US-Drohne.

Mit der Zerstörung einer Datenbank, in der Schiffsbewegungen in der Straße von Hormus festgehalten wurden, habe die US-Regierung ihrerseits weitere iranische Angriffe auf den dortigen Schiffsverkehr verhindern wollen. Nach Angaben der Zeitungen arbeitet der Iran noch immer daran, seine digitale Infrastruktur vollständig wiederherzustellen. Eine Bestätigung von iranischer Seite gibt es dafür nicht.

Die USA und der Iran tragen bereits seit Langem einen inoffiziellen Cyberkonflikt aus. Von Seiten des Iran habe es regelmäßig Angriffe auf US-amerikanische Regierungsnetze und die digitale Infrastruktur von US-Unternehmen gegeben, heißt es in dem Medienbericht unter Berufung auf anonyme US-Regierungsbeamte.

Botschaft an den Iran

Die offiziell nicht bestätigte US-Operation sei nach Ansicht von Experten im Weißen Haus unterhalb der Schwelle einer kriegerischen Handlung anzusiedeln und eine angemessene Strafe für den Abschuss der US-Drohne.

Dass der eigentlich geheime Angriff durch die Zeitungsberichte öffentlich bekannt wurde, lässt sich auch als Botschaft des USCYBERCOM an den Iran verstehen, dass man in dessen Netzwerken sitzt. Zumindest einen Teil dieses Zugangs und damit einen strategischen Vorteil habe man damit allerdings wohl auch aufgegeben, sagten Experten der "New York Times", denn der Iran werde daraus lernen und seine Defensive verbessern.

In den vergangenen Wochen war es in der Straße von Hormus zu brenzligen Situationen gekommen. Die USA machten den Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich. Die Führung in Teheran bestritt die Vorwürfe. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums läuft bereits eine Militärmission zum Schutz des Schiffsverkehrs in der Meerenge. Daran seien neben den USA auch Großbritannien, Australien und Bahrain beteiligt.

pbe/dpa

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