Netzwelt-Ticker Windows-Kritik, Surface-Tablets, Twitter-Streit

Heute im Netzwelt-Ticker: Der Chef einer PC-Spielefirma beschimpft Windows 8 als Katastrophe; Microsofts erstes Surface Tablet könnte 790 Euro kosten; Twitter kassiert Strafandrohung wegen Fake-Accounts.

Microsoft-Chef Steve Ballmer: Nicht jeder in der Branche freut sich auf das neue Windows
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Microsoft-Chef Steve Ballmer: Nicht jeder in der Branche freut sich auf das neue Windows


Gabe Newell, Chef des Spieleentwicklers Valve, fand auf der Casual Connect Conference in Seattle harsche Worte für das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 8. "All Things Digital" zitiert: "Meiner Meinung nach ist Windows 8 eine Katastrophe für jeden im PC-Bereich. Ich nehme an, wir werden einige der wichtigsten Erstausrüster verlieren, die diesen Markt verlassen werden. Die Gewinnspannen werden wegen ein paar Leuten zerstört. In diesem Fall ist es ratsam, sich gegen diese Möglichkeit abzusichern."

Newell ist nicht irgendein Microsoft-Hasser, schließlich war der Mann 13 Jahre als Angestellter des Konzerns an der Entwicklung der ersten drei Windows-Versionen beteiligt. Dann verließ er Redmond, um mit Valve Spiele wie "Counter-Strike", "Half Life", "Portal" sowie die Spieleplattform Steam zu entwickeln.

Laut BBC fürchtet Newell, dass Microsoft Windows 8 zu einem geschlossenen System wie Apples iOS ausbauen könnte. Der Valve-Chef scheint so sehr in Sorge zu sein, dass er bereits veranlasst hat, einige populäre Spiele auf die Ubuntu-Version von Linux zu übertragen. Damit würde er eine seiner Ansicht nach beim alternativen Betriebssystem bestehende Leerstelle schließen. Eine der Ursachen, die viele Anwender von der Linux-Nutzung abhalten würden, seien demnach das Fehlen von Spielen, die an Linux angepasst sind.

Microsoft Surface Tablet ab 790 Euro?

Glaubt man den Angaben beim schwedischen Online-Händler Hallen, wird Redmonds Plattrechner Surface je nach Version umgerechnet und unter Zugrundelegung des deutschen Mehrwertsteuersatzes bis zu 1690 Euro kosten.

Das "kleinste" RT-Tablet mit 32 Gigabyte Flash-Speicher schlägt angeblich bereits mit 790 Euro zu Buche. Die teureren Pro-Versionen mit 64 beziehungsweise 128 Gigabyte Kapazität sollen laut Händlerangaben erst mit dem Jahresbeginn 2013 zu haben sein.

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Microsoft: Zwei Surface-Tablets gegen Apple
Nach Einschätzung von "The Next Web" könnte sich diese Art der Preisgestaltung - die deutlich oberhalb des erwarteten Niveaus läge - zu einem veritablen PR-Desaster auswachsen. Dies gelte umso mehr, als vom Konzern selbst noch keine Angaben zur Preisstaffelung vorliegen würden. Für "Microsoft-Fanboys" jedenfalls seien die Nachrichten "niederschmetternd".

Twitter kassiert Strafandrohung wegen Undercover-Tweets

Das Profil lautet auf den Namen @UnSteveDorkland und soll offensichtlich Steve Auckland parodieren, den Chef von Chef Northcliffe Media, der Lokal- und Regionalzeitungssparte des britischen Daily Mail & General Trust. Über die von diesem Account abgesetzten Tweets mag bei Northcliffe jedoch keiner lachen, sie seien vielmehr "zwanghaft und beleidigend".

Northcliffe hat vor einem kalifornischen Gericht eine Verfügung erwirkt, die Twitter zur Offenlegung der Identität des Kontoinhabers verpflichtet. Twitter will diese Verfügung anfechten, das Unternehmen empfiehlt dem Betroffenen, sich Rechtsbeistand zu suchen. Der noch anonyme Twitterer bestreitet die erhobenen Vorwürfe wegen Belästigung. Twitter kündigte an, dem Northcliffe-Ansinnen zu folgen, der anonyme Twitterer wird also demnächst bloßgestellt werden. Geld, um sich einen Anwalt in den USA zu nehmen, habe er nicht, ließ er die BBC wissen: "Was ich jetzt brauche, ist ein sehr guter Pro-bono-Anwalt in Kalifornien."

Auch das noch:

  • Neue Skimming-Methode ist praktisch unsichtbar. Sicherheitsexperten warnen vor Skimmern, also Lesegeräten für Geldautomaten, die inzwischen so klein sind, dass sie quasi unsichtbar in den Kartenschlitzen versenkt werden können. Gegen diese neue Gerätegeneration seien auch geübte Augen machtlos. Immerhin sind zur Erfassung der von den Betrügern ebenfalls benötigten PIN-Nummern nach wie vor Kameras oder Tastenaufsätze nötig.

  • Neues zu Mahdi. Der Computervirus macht seit Monaten vor allem Systeme im Nahen Osten unsicher und wurde erst vergangene Woche identifiziert. Anscheinend haben die Macher nachgelegt. Sicherheitsexperten berichten von einer am Mittwoch aufgetauchten , verbesserten Version. Sie könnte in Bezug zum Flame-Wurm stehen, der vor einiger Zeit Rechner in Iran infiziert hatte. Die neue Mahdi-Fassung jedoch scheine sich gegen Ziele in den USA zu richten.

  • Verbot mobiler Hotspots bei den Olympischen Spielen. Smartphones und Tablets sind während der Sommerspiele in London erlaubt, aber das IOC untersagt, allfällig vorhandene Hotspot-Funktionen der Geräte für private W-Lans zu nutzen. Offiziell wird das Verbot nicht begründet, es gibt jedoch die Vermutung, dahinter stehe der IOC-Partner British Telecom, der für Olympia-Besucher ein eigenes Bezahl-W-Lan anbietet.

  • Gästeliste von Ackermanns Geburtstag im Kanzleramt online. Alles Mauern hat nicht geholfen, denn alle gerichtlichen Instanzen bestätigten den Anspruch auf Offenlegung der Angaben auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes. Nun veröffentlichte Netzpolitik.org das Originalmaterial. Besonders beeindruckend ist die professionelle Aufmachung der Kanzleramtsunterlagen.



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Seite 1
tiefseetanker 26.07.2012
1.
Zitat von sysopAPHeute im Netzwelt-Ticker: Der Chef einer PC-Spielefirma beschimpft Windows 8 als Katastrophe; Microsofts erstes Surface Tablet könnte 790 Euro kosten; Twitter kassiert Strafandrohung wegen Fake-Accounts. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,846514,00.html
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Windows 8 ein Erfolg wird. Die meisten Privatleute und Firmen haben gerade erstmal auf Win7 umgestellt, wenn überhaupt. Wozu sollte man insbesondere im Büro eine Touch-optimierte Kacheloberfläche brauchen? Freut mich natürlich, dass Newell das ähnlich sieht und Valve auch für Linux entwickelt. Ich denke Spiele werden den langersehnten Durchbruch für Linux auf dem Desktop bringen.
rum0s 27.07.2012
2. ...
Für diesen Beitrag habe ich mich extra angemeldet :-) Deshalb muss ich mal etwas loswerden. So schlimm wie alle behaupten ist Windows nicht. Microsoft hat mit Windows 7 sehr viel richtig gemacht. Klar ist der Nutzer immer mal wieder Betatester ich denke spontan mal an Windows ME, Vista und sicher auch Windows 8 mit dem ich Moment arbeite. Wenn man sich aber etwas Zeit nimmt, hat die Metrooberfläche durchaus ihre Berechtigung und ersetzt das, in meinen Augen schon über Jahre hinweg überflüssige Startmenü. Mal sehen was Microsoft daraus macht, ich kann mir durchaus vorstellen, dass darin noch etwas Potential steckt. Und seien wir mal ehrlich, wenn Microsoft so schlimm wäre, hätte schon lange eine Bewegung Richtung Linux stattgefunden. Das Einzige was richtig grottig an Microsoft ist, ist Office. Was mich tatsächlich davon abhält auf Linux umzusteigen ist die auch angesprochene mangelnde Unterstützung für aktuelle Spiele. Sollte dies irgendwann funktionieren, bin ich der erste, der umsteigt, aber nicht aus Glaubensgründen.
bronck 27.07.2012
3. Linux
Es ist nicht nur das Problem mit den Spielen, was mir Linux verleidet hat (zum spielen habe ich eine Spielkonsole). Unter Linux funktioniert der Scanner nicht. Der Drucker auch nicht. Der andere Drucker auch nicht. Nix zu machen und ich habe echt alles versucht. Es geht einfach nicht. Das alles mag man unter "das Zeugs braucht man eh nur alle Jubeljahre mal" verbuchen. Was aber wirklich extrem lästig ist, ist die Tatsache, dass Ubuntu seit einem Update alle 10 Minuten den Rechner einfror und komplett abstürzte. Selbst die Konsole ("DOS-Fenster") war nicht mehr aufrufbar. Von dem Irrsinn die Fensterknöpfe nach LINKS zu schieben ganz zu schweigen. Ich habe es entfernt, obwohl ich es eigentlich gern hatte. Sorry, aber Linux ist immer noch ein halbgares Frickelsystem. Ein verdammt hübsches Frickelsystem mit sehr viel Charme, aber halt ein Frickelsystem. Und solange Benutzer gezwungen werden für manche Aufgaben das "DOS-Fenster" zu öffnen, um kryptische Zeichenfolgen einzugeben, so lange hat das Ding keine echte Chance. Und wenn es noch so schick aussehen mag im Normalbetrieb, sowas wie DOS-Fenster ist einfach ein no-go in der heutigen Zeit. Und schiebt in Ubuntu um Himmels Willen die Fensterknöpfe wieder nach rechts! Das geht einem ja nur noch auf die Nerven. Windows 7 zeigt immer noch wie es geht. Stabil, ich kann scannen und drucken und vor allem sind auch die Fensterknöpfe da wo sie hingehören. OpenOffice läuft auch unter 7. Das doofe Microsoft-Office muß man ja privat nicht nutzen.
mr.ious 27.07.2012
4.
Zitat von bronckEs ist nicht nur das Problem mit den Spielen, was mir Linux verleidet hat (zum spielen habe ich eine Spielkonsole). Unter Linux funktioniert der Scanner nicht. Der Drucker auch nicht. Der andere Drucker auch nicht. Nix zu machen und ich habe echt alles versucht. Es geht einfach nicht. Das alles mag man unter "das Zeugs braucht man eh nur alle Jubeljahre mal" verbuchen. Was aber wirklich extrem lästig ist, ist die Tatsache, dass Ubuntu seit einem Update alle 10 Minuten den Rechner einfror und komplett abstürzte. Selbst die Konsole ("DOS-Fenster") war nicht mehr aufrufbar. Von dem Irrsinn die Fensterknöpfe nach LINKS zu schieben ganz zu schweigen. Ich habe es entfernt, obwohl ich es eigentlich gern hatte. Sorry, aber Linux ist immer noch ein halbgares Frickelsystem. Ein verdammt hübsches Frickelsystem mit sehr viel Charme, aber halt ein Frickelsystem. Und solange Benutzer gezwungen werden für manche Aufgaben das "DOS-Fenster" zu öffnen, um kryptische Zeichenfolgen einzugeben, so lange hat das Ding keine echte Chance. Und wenn es noch so schick aussehen mag im Normalbetrieb, sowas wie DOS-Fenster ist einfach ein no-go in der heutigen Zeit. Und schiebt in Ubuntu um Himmels Willen die Fensterknöpfe wieder nach rechts! Das geht einem ja nur noch auf die Nerven. Windows 7 zeigt immer noch wie es geht. Stabil, ich kann scannen und drucken und vor allem sind auch die Fensterknöpfe da wo sie hingehören. OpenOffice läuft auch unter 7. Das doofe Microsoft-Office muß man ja privat nicht nutzen.
Wieso nur ist das MS Office auch für Mac ? ;) Allerdings muß man sich fragen wie so sich jemand privat ein Office zulegen sollte, um es nicht zu nutzen, und wieso soll der das mit OpenOffice nicht ebenso halten, und es lieber nicht nutzen ? Dafür sieht das Surface doch sehr danach aus, daß zumindest die Pro Version, Office Anwendungen für Tablets weiter aufschließt. Dürfte auf alle Fälle sehr interessant und spannend zu sehen sein, was sich die Hardware Hersteller alles einfallen lassen werden um Win 8mehr oder anderes bereitstellen zu können, wie eben das Surface. Ich kann ja auch nur von den Präsentationen ausgehen die so zu sehen sind, aber die haben schon einen kaum zu missverstehenden Eindruck als Aussage hinterlassen: Der Nicht-Spielzeugmarkt wird wieder eröffnet.
rigouh 27.07.2012
5. Mal ruhig Blut...
Also die Preise für das Surface wurden aus folgenden Gründen so hoch angesetzt. Ich zitiere mal die Aussage der schwedischen Seite: "Our customers are very interested in pre-ordering these products, so we have set a high preliminary pricing for the lineup so that they may be able to pre-order them. Just to clarify, we have not received any pricing from Microsoft regarding MRSP or purchasing net cost, and any people who have booked the Surface at this high price will of course have their order adjusted before any product is shipped. So we're not going to overcharge anyone for being an early adopter." Das hat also höchstwahrscheinlich gar nichts mit den Preisen zu tun die MS bald verlangen wird. Sie haben bezüglich der Preise auch was ganz anderes gesagt. Das RT Tablet wird zum Preis von gängigen ARM Tablets verkauft werden und das Pro wird wohl im Ultrabook Bereich liegen. Also eher so um die (ich schätze mal grob) 900€ - 1100€. Also alles mal abwarten und keinen Stress verbreiten ;-) Weiterhin kann man unter Windows 8 doch ganz normal den Desktop nutzen. Deshalb sehe ich nicht ganz das Problem von Steam. Und selbst als App würde Steam doch sicher einwandfrei laufen? Steam ist ja quasi nur eine grafische Oberfläche die deine dort gekauften Spiele zusammenfasst und dir Zusatzdienste anbietet. Und noch was zu Windows 8. Es ist radikal anders. Meiner Meinung nach aber für die meisten Privatanwender mehr geeignet als der aktuelle Desktop. Denn seien wir mal ehrlich. Ein Großteil der Privatanwender surft im Internet, checkt seine Emails via Thunderbird/Outlook/Live Mail, chattet mit Facebook/ICQ oder sonst einen Messenger und nutzt irgend ein Office. Und auch sonst bietet die neue Oberfläche die Möglichkeit Informationen konzentriert anzuzeigen. Firmensoftware wird genauso laufen wie vorher und die Kacheloberfläche lässt sich genauso gut mit Maus und Tastatur bedienen. Zusätzlich ist das System schneller geworden und bietet neue Backup Funktionen sowie andere Neuerungen. Alles in allem wird es wohl nicht so schlecht sein wie es momentan manchmal gemacht wird. Und man darf nicht immer alles glauben was andere Leute schreiben ;-)
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