Protestschreiben Verbände kritisieren Vectoring-Pläne der Telekom

"Nicht nur eine Regulierungsentscheidung": In einem Schreiben an die EU-Kommission kritisieren 25 Verbände die Netzausbaupläne der Telekom. Die Bundesnetzagentur kritisiert derweil die Telekom-Wettbewerber.
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Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

25 deutsche und europäische Wirtschaftsverbände wenden sich in einem Brief an die EU-Kommission gegen die Pläne der Deutschen Telekom für einen Internetausbau mit Hilfe der Vectoring-Technologie. Die deutsche Bundesnetzagentur hatte grünes Licht für das Telekom-Vorhaben gegeben, jetzt hat Brüssel das letzte Wort .

"Die von der Bundesnetzagentur beabsichtigte Entscheidung verzögert und verteuert den dringend erforderlichen weiteren Glasfaserausbau anstatt ihn zu beschleunigen", kritisierten die Unterzeichner in dem Brief, der der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag vorlag. Dazu gehören neben Verbänden der Telekom-Wettbewerber wie dem VATM auch etwa der Deutsche Bauernverband und der Deutsche Städtetag.

Beim Vectoring können über herkömmliche Kupferkabel Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde erreicht werden. Die Telekom-Wettbewerber kritisieren, dass damit in den betroffenen Bereichen die wirtschaftliche Grundlage für einen Ausbau schneller Glasfaserleitungen wegfalle.

Beim Vectoring gehe es jetzt "nicht nur um eine Regulierungsentscheidung, sondern vor allem um eine zentrale Weichenstellung mit gesellschaftspolitischer Tragweite für die nächsten zehn Jahre", heißt es im Brief der Verbände. Er ging unter anderem an den deutschen Digitalkommissar Günther Oettinger.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, hatte den Kurs seiner Behörde erst Anfang der Woche verteidigt. "Unsere Entscheidung leistet einen weiteren Beitrag zur Erreichung der Breitbandziele der Bundesregierung", sagte er dem "Handelsblatt". Zugleich kritisierte er die Vorgehensweise der Telekom-Kritiker: Selten hätten sich so viele unter dem Schild des Wettbewerbs versammelt und am Ende doch ihre eigenen betriebswirtschaftlichen Interessen verfolgt, sagte Homann.

Streit ums Vectoring

mbö/dpa
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