Verbraucherschutz Regierung setzt dem 0190-Missbrauch Grenzen

Wer künftig auf einen kriminellen Dialer hereinfällt, wird nicht mehr als 180 Euro los. Verglichen mit dem Schindluder, den 0190- und 0900-Diensteanbieter heute treiben, ist das eine echte Erleichterung: Die Regierung beschloss heute erstmals Regeln für 0190-Anbieter.


Kostenfalle 0190: Bisher war der Minutenpreis "frei definierbar"
DPA

Kostenfalle 0190: Bisher war der Minutenpreis "frei definierbar"

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch Regeln gegen den Missbrauch von 0190er- und 0900er-Telefonnummern verabschiedet. Verbraucher sollen damit besser vor Anbietern überteuerter Telefondienste und von Internet-Anwählprogrammen (Dialern) geschützt werden.

Nach Koalitionsangaben sieht die Neuregelung vor, die Rechte der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (REgTP) gegenüber den Telefondiensten und Internetdialern zu stärken. Die 0190er und 0900er-Nummern werden von der RegTP in einer Datenbank erfasst und im Internet veröffentlicht. Die Behörde kann Anbietern zudem ihre Nummern entziehen, wenn rechtswidriges Verhalten festgestellt wird.

Der genutzte Dienst wird den Angaben zufolge zudem nach einer Stunde automatisch getrennt. Daneben ist ein Maximaltarif von drei Euro je Minute vorgesehen. Der Gesetzentwurf soll am Mittwoch noch im Bundestag behandelt werden.

Beschwerden über den Missbrauch von 0190er-Nummern hatten zuletzt stark zugenommen. Die Service-Verbindungen sind oft deutlich teurer als Standardtarife. Internetnutzer hatten vielfach berichtet, dass sich Anwählprogramme unbemerkt in ihre Leitung einwählten und hohe Telefonkosten verursachten. In Einzelfällen geht es dabei um mehrere Hundert Euro pro Minute.



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