Verfassungsschutz.org Neonazi missbraucht Behörden-Namen

Ein Neonazi in den USA hat sich die Internetadressen verfassungsschutz.org und bundesinnenministerium.com gesichert. Dort verbreitet er jetzt rechtsradikale Propaganda.


Rechtsradikale Propaganda unter dem Namen des Verfassungsschutz

Rechtsradikale Propaganda unter dem Namen des Verfassungsschutz

"Geh Rechtsextremisten nicht ins Netz", fordert das Bundesamt für Verfassungsschutz auf seiner Homepage. Jetzt scheint die Behörde selbst Opfer von Rechtsradikalen geworden zu sein. Während man über die Domain verfassungsschutz.de zum Angebot der Staatsschützer gelangt, wird man über die Adresse verfassungsschutz.org zur Homepage des Rechtsradikalen Gerhard Lauck und seiner Organisation NSDAP/AO weitergeleitet. Auch die Adresse bundesinnenministerium.com wird von dem Neonazi für seine Zwecke missbraucht.

Beide Domains sind unter dem Namen der amerikanischen Firma RJG Engineering mit Sitz in Lincoln, Nebraska, registriert. Ansprechpartner bei Fragen zu dem Unternehmen ist Gerhard Lauck selbst. Auf seiner Seite bietet der Rechtsradikale unter anderem eine "Nachbildung eines Zyklon B Kanisters in Museumsqualität" zum Kauf an.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln weiß von der Internet-Seite. "Wir prüfen zur Zeit alle rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten, gegen diese Veröffentlichung im Internet vorzugehen", sagte ein Sprecher. Da die Organisation in den USA sitze, sei dies nicht ganz einfach.

Lauck rechnet wohl bereits damit, dass seine Seite demnächst nicht mehr unter den Adressen der deutschen Behörden erreichbar sein wird: "Wir wissen aus Erfahrung, dass eine derartige 'alternative url' vielleicht nur sehr kurzfristig funktioniert", schreibt der Neonazi auf seiner Seite.



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