Ausfall von Kartenzahlungsgeräten Handelsverband spricht von Störung »nie zuvor gesehener Dimension«

Die Probleme bei Kartenzahlungen mit einem weit verbreiteten Gerät haben Verbraucher und Unternehmen verunsichert. Der Handelsverband Deutschland hat nun 800 Firmen zu den Beeinträchtigungen befragt.
Verifone-Gerät in einer Aldi-Nord-Filiale: Den großen Ketten fiel es leichter als kleinen Händlern, zu Alternativlösungen zu wechseln

Verifone-Gerät in einer Aldi-Nord-Filiale: Den großen Ketten fiel es leichter als kleinen Händlern, zu Alternativlösungen zu wechseln

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Rund einen Monat nach dem großflächigen Ausfall vieler Zahlungsterminals im deutschen Einzelhandel wird ein genaueres Ausmaß der damaligen Probleme deutlich. Nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 800 Unternehmen, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, waren 22 Prozent der befragten Unternehmen von den tagelangen Ausfällen betroffen. Drei Viertel jener Firmen klagten über Umsatzausfälle.

Wegen der Probleme bei den Zahlungsterminals hatten viele Kunden Ende Mai beim Einkauf nicht mehr mit Giro- oder Kreditkarten zahlen können. Betroffen waren unter anderem Filialen von Aldi Nord, Edeka und der Edeka-Tochter Netto. Hintergrund war eine Störung im weit verbreiteten Verifone-Gerät H5000.

»Die vor wenigen Wochen aufgetretenen Störungen bei vielen Zahlungsterminals hatten eine nie zuvor gesehene Dimension«, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das sei für viele der betroffenen Handelsunternehmen mehr als nur ein Ärgernis gewesen. »Hier gingen Umsätze verloren, Kundinnen und Kunden waren zeitweise extrem verunsichert.«

Der HDE verlangt Transparenz

Genth verlangte, die Terminalbetreiber müssten jetzt die Ursachen transparent aufarbeiten und für die Zukunft sicherstellen, dass ein solch kompletter Ausfall durch Notfallsysteme oder bessere interne Sicherungsmaßnahmen nicht erneut vorkommen könne.

Bei 83 Prozent der Betroffenen dauerten die Störungen der Umfrage zufolge mindestens vier Tage an, 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie länger als sieben Tage auf das Terminal verzichten mussten. Immerhin konnten Kunden teils über alternative Verfahren bezahlen, darunter Rechnungskauf, Lastschrift, Terminals anderer Hersteller oder PayPal.

Bargeldlose Zahlungen hatten in Deutschland während der Pandemie einen Schub bekommen. Der Umsatzanteil der Kartenzahlungen im stationären Handel stieg von 50,5 Prozent 2019 auf 58,8 Prozent im vergangenen Jahr, wie eine Anfang Mai veröffentlichte Untersuchung des Kölner Handelsforschungsinstitutes EHI ergab.

mbö/dpa
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