Softwarefehler Bundesweite Probleme bei Kartenzahlungen dauern an

Aldi Nord, Edeka und Rossmann sind betroffen: Zahlreiche Kartenzahlungsterminals in Deutschland sind seit Dienstag ausgefallen. An einer Lösung wird noch gearbeitet.
Zahlen mit der Girocard: »Wir warten weiter auf Signale von Verifone«

Zahlen mit der Girocard: »Wir warten weiter auf Signale von Verifone«

Foto: Fabian Sommer / dpa

Auch wenn es am Feiertag nicht ganz so dringlich sein mag wie an Werktagen: In Deutschland fallen weiterhin zahlreiche Terminals für Zahlungen mit Giro- oder Kreditkarten aus. »Die Störungen dauern an«, sagte ein Sprecher des Finanzdienstleisters Concardis am Donnerstagnachmittag. »Wir warten weiter auf Signale von Verifone.« Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin des Zahlungsdienstleisters Payone. Bundesweit gibt es demnach seit Dienstagabend erhebliche Einschränkungen bei der Verarbeitung von Transaktionen bei Kartenzahlungsterminals des Typs H5000 des Herstellers Verifone. Das US-Unternehmen reagierte bislang nicht auf Anfragen.

»Wir versuchen, die betroffenen Händler so gut wie möglich zu unterstützen, indem wir beispielsweise – wo möglich – Terminals austauschen«, sagte der Concardis-Sprecher weiter. Ursache für die Störung ist laut Payone den ersten Erkenntnissen nach ein Zertifikatsfehler innerhalb bestimmter Versionen der von Verifone bereitgestellten Software.

In einigen Einzelhandelsgeschäften ist Kartenzahlung daher derzeit keine Option. Der Discounter Aldi Nord beispielsweise hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass in einigen Filialen wegen der Störung keine Kartenzahlung möglich sei. »Unser Anbieter arbeitet nach wie vor mit Hochdruck an einer Lösung«, hieß es am Donnerstag zum aktuellen Stand.

»Die Ursache für das Fehlverhalten wurde identifiziert«

Auch die Drogeriekette Rossmann sowie Edeka hatten am Mittwoch von Problemen berichtet. Nicht betroffen sind laut eigener Aussage Aldi Süd, Lidl und die Rewe-Gruppe, das heißt die Märkte von Rewe, Penny und dem Toom-Baumarkt. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte betont, dass die Betriebe auf den reibungslosen Ablauf der Bezahlprozesse angewiesen sind.

Der Bundesverband der electronic-Cash-Netzbetreiber (BECN) wies darauf hin, dass die Ursache der Störung nicht bei einem der Netzbetreiber oder den verwendeten Karten liege, sondern nur den speziellen Terminaltyp betreffe. »Die Ursache für das Fehlverhalten wurde zwischenzeitig vom Hersteller identifiziert. Aktuell arbeitet der Terminalhersteller daran, Maßnahmen zur Behebung des Fehlers einleiten zu können«, hieß es auf der Internetseite des Verbands.

Der Bundesverband deutscher Banken stellte stellvertretend für die Deutsche Kreditwirtschaft klar, dass die betreffenden Terminals zwar komplett für alle Zahlungsarten ausfallen, der entsprechende Typ jedoch nur einen geringen Anteil an allen in Deutschland eingesetzten Geräten ausmache. »Netzbetreiber und technische Dienstleister arbeiten intensiv an einer Fehlerbehebung«, hieß es weiter.

Verifone selbst hatte 2018 mitgeteilt, deutschlandweit und branchenübergreifend mehr als 350.000 H5000-Terminals im Einsatz zu haben.

Anbieter alternativer Zahlungsmethoden – wie beispielsweise per QR-Code – sehen sich durch den Vorfall gestärkt. Wie das Beratungsunternehmen ZIIB mitteilte, funktionieren QR-Systeme ganz ohne Terminalhardware. Daher könne man hierdurch Umsatzausfälle vermeiden.

pbe/dpa