Videochat mit Kanzlerin Merkel wirbt für Google+

Die Bundeskanzlerin bittet in den Hangout: Über die Videochat-Funktion von Googles sozialem Netzwerk will Angela Merkel mit sechs vorher ausgewählten Bürgern über Integration diskutieren.
Hangout-Funktion: Auf Google+ abhängen mit der Kanzlerin

Hangout-Funktion: Auf Google+ abhängen mit der Kanzlerin

Hamburg - Für Google ist es jetzt schon ein Erfolg: Bundeskanzlerin Angela Merkel bittet am 19. April zum Videochat - und setzt dabei auf die Technik des Suchkonzerns. Wie schon US-Präsident Barack Obama , Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Dalai Lama nutzt die Kanzlerin dafür einen sogenannten Hangout. Der Videochat ist eine Funktion des sozialen Netzwerks Google+.

Google+ ist die Antwort des Unternehmens auf Facebook. In dem im Juni 2011 gestarteten Netzwerk tummeln sich nach Angaben des Unternehmens schon mehr als 500 Millionen Nutzer, also etwa halb so viele wie bei Facebook. Ganz freiwillig kommen die Nutzer allerdings nicht: Google bewirbt seine Facebook-Konkurrenz massiv und verknüpft sie mit anderen Diensten wie zum Beispiel YouTube.

Die tatsächlich aktiven Nutzer dürften allerdings in dem Netzwerk immer noch eine Minderheit darstellen. "Das soziale Netzwerk Google+ kennen viele der angeblichen Nutzer wahrscheinlich nur vom Hörensagen", hat Sascha Lobo gerade erst in einer Kolumne auf SPIEGEL ONLINE geschrieben.

Es überrascht also, dass sich Angela Merkel ausgerechnet dieses Medium ausgesucht hat, um die Menschen zu erreichen. Die Kanzlerin will dort mit sechs Bürgern über Integration chatten , Fragen zur Integrationspolitik werden vorab über die Website der Bundesregierung gesammelt. In einem etwas hölzernen Auftaktvideo sagt die Kanzlerin: "Welche Fragen damit verbunden sind, das möchte ich mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, diskutieren, und zwar in einem neuen Online-Format, mit Google Hangout."

Um den Hangout anzusehen, wird man allerdings keinen Account bei Google+ benötigen: Der Videochat wird als Livestream veröffentlicht. So ein Hangout "on air" kann wie ein YouTube-Video zum Beispiel auch auf der Website der Kanzlerin eingebunden werden.

ore
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