Viren Schöpfer des "Melissa"-Virus muss hinter Gitter

Der Schöpfer des Computer-Virus "Melissa" muss für 20 Monate ins Gefängnis. Ein Gericht in Newark im US-Bundesstaat New Jersey hat den 34 Jahre alten David Smith am Mittwoch zu einer Haftstrafe von 20 Monaten und einer Geldbuße von 5000 US-Dollar (5685 Euro) verurteilt.

Das Virus, das Smith nach einer Stripteasetänzerin benannt und im März 1999 in Umlauf gebracht hatte, infizierte vermutlich mehr als eine Million Computer und richtete weltweit einen Schaden von rund 1,2 Milliarden Dollar an. Vor Gericht zeigte Smith Reue, bezeichnete seine Tat als "kolossalen Fehler".

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter der möglichen Höchststrafe von fünf Jahren. Smith wurde nach US-Medienberichten seine umfangreiche Kooperation mit den Ermittlern seit seiner Verhaftung vor drei Jahren angerechnet. Smith hatte das Virus nach eigenem Geständnis in seinem Appartement in Aberdeen programmiert und über AOL verbreitet. Auf Grund von Nachforschungen des Online-Dienstes wurde er am 1. April 1999 festgenommen.

Zuletzt wurde in den Niederlanden im vergangenen Herbst ein 20-Jähriger wegen der Verbreitung des "Kournikova"-Virus zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Der Mann hatte das von Experten als nicht sehr gefährlich eingestufte Virus mit einem Bild der Tennisspielerin über E-Mail lanciert. Gegen den 23-jährigen mutmaßlichen Urheber des gefährlichen Virus "I Love You" aus Manila war es wegen fehlender Gesetzesgrundlagen zu keiner Verurteilung gekommen.

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