Viren und Trojaner Angriffe auf Smartphones nehmen zu

Nicht nur Windows-Rechner fangen sich Viren und Trojaner ein, auch Smartphones werden Opfer von Hackern: Sicherheitsfirmen registrieren vermehrt Angriffe auf Android-Telefone - auch Apples iPhone ist nicht völlig sicher.
Anonymous-Anhänger mit Smartphone: Vorsicht vor Viren und Trojanern

Anonymous-Anhänger mit Smartphone: Vorsicht vor Viren und Trojanern

Foto: ROBERT GALBRAITH/ REUTERS

Smartphones geraten immer öfter in das Visier von Kriminellen. Erst Anfang des Monats wurde wieder ein Trojaner für Geräte mit dem Betriebssystem Android entdeckt. Das Programm registriert nicht nur ein- und ausgehende Anrufe, es zeichnet sie auch noch auf. Nur einen Monat zuvor hatten Sicherheitsexperten Lücken in Apples iPhone-Betriebssystem iOS 4 im Zusammenhang mit PDF-Dateien entdeckt, die in Deutschland sogar zu einer Warnung durch Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) führten.

Die Experten sind sich einig, dass die Zahl der Angriffe auf Smartphones rasant zunimmt und dass die Angreifer immer neue Techniken entwickeln. "Wir befinden uns gerade in einer Experimentierphase der Schadsoftware für Mobilgeräte, in der die bösen Jungs ihr Geschäftsmodell entwickeln", sagt Kevin Mahaffey, Mitgründer von Lookout, einem in San Francisco ansässigen Hersteller von Sicherheitssoftware für Mobilgeräte.

Früher wurden vor allem PCs angegriffen. Mit ihrer wachsenden Verbreitung werden nun auch Smartphones und Mobilgeräte wie das iPad immer interessanter, die vom Funktionsumfang PC-ähnlicher werden. In den USA besitzen schon rund 38 Prozent der Erwachsenen ein iPhone, Blackberry oder ein Mobilgerät mit Android, Windows oder dem WebOS-Betriebssystem. Nur zum Vergleich: 2007 - dem Jahr, in dem das iPhone herauskam - besaßen gerade einmal sechs Prozent in den USA ein Smartphone.

Was die Smartphones aber für Kriminelle besonders interessant macht - die Geräte dienen auch als Zahlungsinstrument. Es gibt inzwischen auch klare Zahlen, die belegen, dass Hacker immer aktiver werden:

  • Die Sicherheitsfirma Lookout registriert nach eigenen Angaben inzwischen Tausende versuchte Angriffe auf Mobilgeräten, die die eigene Sicherheitssoftware installiert haben. Im Januar waren es nur ein paar Hundert täglich. Die Zahlen verdoppeln sich dabei jeden Monat.
  • Google hat inzwischen rund 100 mit Schadsoftware verseuchte Programme aus seinem Android Market entfernt. Ein besonders aggressives Programm wurde mehr als 260.000 Mal heruntergeladen, bevor es entfernt wurde.
  • Nach Angaben der Sicherheitsfirma Symantec gab es im vergangenen Jahr gerade einmal fünf Schadprogramme, die auf Android zugeschnitten waren. In diesem Jahr sind es schon 19.

Das ist natürlich alles nichts im Vergleich zu den Hunderttausenden von Viren, die sich gegen PCs richten. Aber, die Experten sind sich einig, es ist nur ein Frage der Zeit, bevor Kriminelle hier nachlegen. "Die bösen Jungs gehen dahin wo das Geld ist", sagt Charlie Miller von der Sicherheitsfirma Accuvant.

Wenn es um die Sicherheit geht haben PCs und Smartphones eines gemeinsam: der Nutzer muss sich darum kümmern. Und der muss erst einmal merken, dass die Gefahr eines Angriffs besteht. Einige Methoden müssen die Kriminellen nicht einmal anpassen, die funktionieren auf dem PC und auf dem Smartphone gleichermaßen. Das ist zum Beispiel bei Links der Fall, die auf verseuchte Websites führen. Die Webadresse, an der man das erkennen könnte, ist auf Smartphones noch viel schlechter zu sehen als auf dem PC-Bildschirm.

Jordan Robertson, dapd
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