Virtual Reality auf YouTube Mit Rundumblick durch Tokio

In Tokios Straßen: Screenshot eines neuen 360-Grad-Videos auf YouTube

In Tokios Straßen: Screenshot eines neuen 360-Grad-Videos auf YouTube

Foto: YouTube/ WOWOWofficial

Nur wer sich in alle Richtungen dreht, kann diesen Clip verstehen: Ein spannendes YouTube-Experiment aus Japan zeigt die Möglichkeiten von Virtual Reality für das Medium Film, und zwar in einem 360-Grad-Video.

Der Mann mit der Zeitungsmaske versteckt sich in den Hintergassen Tokios - ob er wieder auftaucht? Das neue Video eines japanischen Filmteams führt den Zuschauer durch enge Gassen in Tokio, dabei treten von allen Seiten kuriose Personen ins Bild. Der Clip zeigt, wie Virtual Reality das Filmemachen verändern kann.

Virtual Reality wird vielerorts als das nächste große Ding gehandelt. Ob nun mit der Oculus Rift oder Samsungs Gear VR: Vom Computerspiel bis zum Porno, in der Wissenschaft und Industrie, im Gesundheitssektor und im Krieg werden künftig 3D-Welten direkt vor unserem Auge entstehen. Auch auf YouTube gibt mittlerweile bemerkenswerte 360-Grad-Videos - beispielsweise von der Besteigung der Eigner Nordwand , von einer Science-Fiction-Klamotte , einer Ballonfahrt  und natürlich als Musikvideo .

Stellt sich die Frage, wie das Medium Film mit den neuen Bilderwelten umgehen wird. Schließlich ist die Kontrolle der Filmemacher über den Blick der Zuschauer - beispielsweise durch bestimmte Kameraeinstellungen - ein wichtiges Instrument des Kinos. Mit einer VR-Brille ist das anders: Da wählen die Zuschauer ihre eigene Perspektive aus.

Ein japanisches Filmteam zeigt nun in einem YouTube-Video - einem Werbeclip für eine neue Fernsehserie  -, wie das filmische Erzählen im 360-Grad-Kino funktionieren kann. Der Zuschauer schreitet in dem Clip durch die schmalen Gassen Tokios und kann sich dabei in alle Richtungen umschauen.

Achtung: Der 360-Grad-Effekt funktioniert nur mit dem Chrome-Browser oder einer YouTube-App auf dem Handy. Alle anderen Zuschauer sehen lediglich eine verzerrte Welt.

Der Film ist nur fünf Minuten lang, aber vollgepackt mit seltsamen Begebenheiten, die erst zusammen genommen eine Geschichte mit überraschendem Ausgang erzählen. Um alles zu verstehen, muss der Zuschauer immer wieder das Video anhalten und sich umschauen - oder den Film mehrmals ansehen. Die Begebenheiten in der 360-Grad-Welt sind wie Puzzlestücke, die der Zuschauer finden und ordnen muss.

Es wird sich weisen, ob Virtual Reality-Filme der Zukunft diese Erzählweise übernehmen. Schließlich bedeutet es einen ungeheuren Aufwand, solche Filme zu produzieren, da jede Szene mit perfektem Timing von allen Seiten bebildert werden muss. Für Filmemacher könnte das ein Albtraum sein - oder eben eine neue Herausforderung.

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