SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

12. April 2013, 11:52 Uhr

Virtuelle Währung

Winklevoss-Zwillinge setzen auf Bitcoins

Bitcoin sorgt mit heftigen Kursschwankungen für Wirbel. Angesichts der Euro-Krise interessieren sich vermehrt Investoren für die einstige "Hackerwährung". Einige von ihnen häufen riesige Mengen Bitcoins an.

Die neuesten Bitcoin-Großinvestoren sind die Winklevoss-Zwillinge, bekannt durch Gerichtsprozesse gegen Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Sie warfen ihrem ehemaligen Kommilitonen an der Harvard-Universität vor, er habe die Idee für das soziale Netzwerk Facebook von ihnen abgeschaut. Letztlich wurden die Streitigkeiten beigelegt, die Winklevoss-Brüder bekamen 20 Millionen Dollar und Anteile an Facebook.

Nun sollen sie eine große Menge der digitalen Währung angehäuft haben, berichtet die "New York Times" ("NYT"). Wie viel genau ihre Bitcoins wert sind, ist aufgrund der starken Kursschwankungen schwer zu sagen. Am Donnerstagmorgen waren es 11 Millionen Dollar, berichtet die amerikanische Zeitung. Doch seitdem stürzte der Kurs an den Online-Börsen, an denen Nutzer die Währung handeln, massiv ab.

Ein solcher Handelsplatz, Mt. Gox, setzte den Handel am Donnerstag stundenlang aus. Das sei dem Ansturm an Anfragen geschuldet, erklärten die Betreiber. Sie wollten zusätzliche Rechnerkapazitäten installieren. Danach hatte die Handelsplattform mit Internetangriffen zu kämpfen, die die Seite überlasten sollten. Sie war zwischenzeitlich nicht erreichbar.

Cameron und Tyler Winklevoss sind allerdings schon länger beim Bitcoin-Handel aktiv. Seit vergangenem Sommer kauften sie Bitcoins, erklärten sie. "Die Leute wollen das nicht ernst nehmen. Aber irgendwann wird sich das verändern, und sie werden merken, dass virtuelle Währungen bleiben werden", sagte Cameron Winklevoss gegenüber der "NYT", "wir befinden uns erst am Anfang." Um ihre digitalen Devisen vor Hackern zu schützen, bewahrten die Brüder ihre Bitcoin-Daten auf USB-Sticks auf, die wiederum in Bankschließfächern eingelagert seien. Auch andere frühe Entdecker der Kunstwährung haben Bestände in Millionenwert angehäuft.

Wer wie viele Bitcoins besitzt, ist schwer nachzuprüfen. Wie bei Bargeld sind die Bestände anonym. Die Bitcoins selber werden in einem komplizierten Verfahren von Computern generiert, indem sie schwierige Rechenrätsel lösen. So werden nach und nach mehr Bitcoins geschaffen, bis zu einer Maximalmenge von 21 Millionen. Der Wert der Bitcoins wird durch Angebot und Nachfrage auf den Internet-Handelsplätzen bestimmt.

jnb/dpa

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung