Virtueller Krieg Türkei schaltet YouTube ab

Eine der Stärken der Videoseite YouTube ist, dass dort die Community per Video miteinander kommuniziert. Mitunter geht es da deftig zu - und manchmal zu deftig: Ein Konflikt zwischen griechischen und türkischen Nutzern führte in der Türkei zur Vollsperrung des Angebots.

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Video, in dem der Gründer der modernen Türkei, Kemal Atatürk, und alle Türken als schwul bezeichnet wurden. Ein türkisches Gericht ordnete am Dienstag die Sperrung der YouTube-Seite an und der Chef von Türk Telekom, Paul Doany, sagte am Mittwoch, sein Unternehmen habe die Entscheidung des Gerichts unverzüglich befolgt.

Über andere Provider könne man YouTube jedoch noch erreichen. Die ganze vergangene Woche hatte sich auf YouTube eine Art "virtueller Krieg" zwischen Griechen und Türken hochgeschaukelt, wie es türkische Medien nennen. Beide Seiten hatten sich dabei in Videos gegenseitig beschimpft und herabgesetzt.

Tausende Türken hatten sich in den vergangenen Tagen bei YouTube über das Video beschwert, das daraufhin von der Seite genommen wurde. Die Verunglimpfung Atatürks oder des Türkentums ist in der Türkei eine Straftat, und kann mit einer Haftstrafe geahndet werden.

pat/AP

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