Auswertungen der Netzbetreiber Mobilfunk-Datenverkehr nimmt stark zu – vor allem auf dem Land

Die Netze sind zunehmend besser ausgebaut – und Apps mit Videofunktionen gewinnen an Beliebtheit: Das führt zu einem deutlichen Plus bei der Datennutzung, nicht nur in den Großstädten.
Nutzerin von TikTok: Viele beliebte Mobil-Apps setzen auf Videos

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Foto: MANJUNATH KIRAN/ AFP

Die Datennutzung in Deutschlands Mobilfunknetzen ist auch dieses Jahr stark gestiegen. Das eigene Netz habe mehr als 1,4 Milliarden Gigabyte Daten transportiert und damit rund 27 Prozent mehr als 2020, teilte Vodafone am Mittwoch mit. Der Zuwachs fiel damit allerdings etwas schwächer aus als im Vorjahr: Gegenüber 2019 hatte Vodafone 2020 ein Plus von 29 Prozent verzeichnet.

Telefónica meldet für dieses Jahr einen Zuwachs der Datennutzung von rund 50 Prozent. Mehr als zwei Milliarden Gigabyte wurden demnach über das O2-Mobilfunknetz übermittelt. Die Telekom lag einer Mitteilung zufolge mit rund 1,8 Milliarden Gigabyte 13 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Der Anstieg der Volumen in den Netzen liegt unter anderem daran, dass die Konsumenten datenaufwendigere Anwendungen benutzen. So wird beispielsweise die Kurzvideo-App TikTok immer beliebter.

Auf dem Land sind die Zuwächse größer

Zudem spielt laut Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter eine Rolle, dass Handy-Streaming unterwegs selbstverständlicher geworden ist. Der Netzausbau ist ebenfalls ein Grund für das starke Datenplus. Weil die Telekommunikationsfirmen neue Antennen installiert haben, bekommen mehr Menschen ein besseres Netz – diese Möglichkeit nutzen sie stärker zum Up- und Download als früher.

Für Großstädte ermittelte Vodafone einen Zuwachs von 22 Prozent, in ländlichen Regionen waren es 30 Prozent. Erklärung hierfür: Die Mobilfunk-Abdeckung auf dem Land ist besser als früher, und es gibt weniger Funklöcher als früher. Daher nutzen die Menschen ihre Handys intensiver zur Datenübertragung. Blickt man auf die Bundesländer, so legte Vodafone im Flächenland Rheinland-Pfalz mit 36 Prozent am stärksten und im Stadtstaat Hamburg mit 15 Prozent am schwächsten zu.

Beim Festnetz-Internet registrierte Vodafone ein Datenplus von 14 Prozent auf 41,5 Milliarden Gigabyte. Das lag unter anderem am stark verbreiteten Homeoffice samt Videokonferenzen. Dass die Menschen in ihrer Freizeit weniger unterwegs waren, war nach Angaben des Unternehmens ein weiterer Grund.

mbö/dpa