Vogelgrippe-Angst Ebay stoppt Versteigerung von Medikamenten

Die Angst vor der Vogelgrippe, die Europa inzwischen erreicht hat, treibt auch im Internet seltsame Blüten. Das Online-Auktionshaus eBay stoppte jetzt eine Versteigerung, in der jemand das Grippemittel Tamiflu anbot - für einen drastisch überhöhten Preis.

Eine eBay-Sprecherin teilte laut Reuters mit, dass ein Brite versucht habe, zehn Tamiflu-Tabletten - genug für die Behandlung einer Person - auf der Seite zu versteigern. Bis zur zwangsweisen Beendigung der Auktion sei der Preis auf umgerechnet über 150 Euro gestiegen. Im Handel liegt der Preis für eine Dosis für Privatpersonen zwischen 36 und 44 Euro. Die Sprecherin wies darauf hin, dass bei eBay der Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten generell verboten sei.

Der Hersteller von Tamiflu, das Pharma-Unternehmen Roche, hatte schon vor einigen Tagen davor gewarnt, das Medikament über das Internet zu bestellen. Die Gefahr von Fälschungen sei zu groß. Tamiflu und ein weiteres Medikament namens Relenza könnten möglicherweise Menschen in dem extrem unwahrscheinlichen Fall helfen, dass sie sich über intensiven Kontakt mit infiziertem Geflügel mit dem Vogelgrippe-Erreger H5N1 angesteckt haben.

Die Tierkrankheit ist in den vergangenen Tagen in Rumänien und Griechenland aufgetaucht. In Asien sind 60 Menschen gestorben, die sich bei Tieren angesteckt hatten. Experten befürchten eine weltweite Epidemie, sollte sich das Virus so verändern, dass es direkt von Mensch zu Mensch verbreitet wird. Bislang ist es dazu aber nicht in der Lage - die Vogelgrippe ist ein Tierseuche.