Von wegen Slipknot Maschenmuttis und Madenfans

"Slipknot" ist derzeit wohl das Ärgste, was gerade noch legal auf dem Musikmarkt zu haben ist. In Großbritannien kam es zum Kultur-Clash zwischen den Fans der berüchtigten Speed-Metal-Gruppe - und Anhängern der Strickkunst.

Die Ursache für das unangenehme Aufeinandertreffen von Strick- und Musikfans war ein banales, internetbasiertes Problem. Vor kurzem fiel der Server der "Musikproduzenten Roadrunnerrecords"  aus, bei dem die neunköpfige Nu-Metal Band unter Vertrag steht. Vergeblich versuchten viele Slipknotanhänger, die sich selbst "Maggots" (Maden) nennen, ihre Fanpost los zu werden. Einzig zu erreichen war die Homepage der tausend Mitglieder starken britischen "Strick- und Häkelgilde" . Vierteljährlich veröffentlicht sie ein Magazin mit dem Namen "Slipknot" - und das ist die erste Masche eines neuen Strickmusters.

Den Maggots scheint's auf der nüchtern gehaltenen Strickwebsite nicht gefallen zu haben - oder sie haben die Namensverwechslung (aus Dummheit?) ignoriert. Wie "BBC-Korrespondent Ryan Dilley"  berichtet, bombardierten die Rockfans der maskierten Musiker Mitglieder der 1978 gegründeten Gilde mit unangenehmer Post. Trotzdem, so geht aus dem Bericht hervor, nehmen die Stricknadelexperten die Angelegenheit mit - wohl jahrelang beim Handwerken trainierter - Gelassenheit auf.

Brillant bebildert ist die Geschichte und allein deshalb einen Besuch wert: Aufmerksam beobachtet eine liebenswert aussehende Omi ihre häkelnden Hände. Die Bildunterschrift legt ihr folgende Worte in den leicht geöffneten, Mund: "La-la-la... Die ganze Welt ist mein Feind... La-la-la".

Auf seinen angestammten Namen wird der Verein übrigens nicht verzichten, allerdings bietet er der Musikgruppe an, ihr Nachhilfeunterricht im Nadelschwingen zu geben, damit sie sich "neue Masken" häkeln können. Ein schönes Beispiel für den schwarzen Humor, den man spätestens seit Monty Python's Flying Circus und Mr. Bean zu schätzen weiß.

Ob das die Gruppe zu würdigen weiß, bleibt abzuwarten: Öffentlich zelebrieren die "Metaller" ein arg reduziertes Gefühlsleben, dessen einziger Inhalt Hass zu sein scheint. Die Musik von Slipknot wird seit längerem immer wieder im Zusammenhang mit Gewalttaten genannt, zuletzt im Falle des Massakers von Erfurt.

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