Vorzeitige Bombenexplosion Neujahrs-SMS soll Selbstmordattentäterin getötet haben

Ein per Kurznachricht verschickter Neujahrsgruß hat offenbar einen Selbstmordanschlag in Russland verhindert. Die mutmaßliche Attentäterin wollte möglichst viele Menschen mit in den Tod reißen - aber die SMS löste vorzeitig eine Explosion aus.
SMS-Botschaft (Symbolbild): Ein Neujahrsgruß wie dieser endete für eine Attentäterin tödlich

SMS-Botschaft (Symbolbild): Ein Neujahrsgruß wie dieser endete für eine Attentäterin tödlich

Foto: JOEL SAGET/ AFP

Moskau - In der Silvesternacht 2010 /2011 kam in Moskau eine Frau durch eine SMS ums Leben. Die Kurznachricht soll die Explosion eines Bombengürtels ausgelöst haben, den die Frau selbst am Leib trug. Dies berichtet der britische "Daily Telegraph " unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen aus dem Behördenumfeld. Der Auslöser für die Explosion soll demnach eine Neujahrs-Grußbotschaft gewesen sein, die der Mobilfunkanbieter der Frau per SMS auf ihr Handy sendete.

Wer die Frau war und wie sie heißt, haben die russischen Behörden nicht bekanntgegeben. Man gehe aber davon aus, dass sie zu der selben Gruppe gehörte, die auch den Anschlag auf den Moskauer Flughafen Domodedowo verübte, bei dem 35 Menschen ums Leben kamen.

Die Ermittler vermuten, die Frau habe ursprünglich geplant, sich während der Silvesterfeiern mit ihrem Bombengürtel auf dem Roten Platz in die Luft zu sprengen. Ein Attentat, das womöglich viele Opfer gefordert hätte. Der "Telegraph" spricht von "Hunderten Toten", die ein solcher Anschlag hätte fordern können.

Doch es kam anders. Die Ermittler vermuten, die Kurznachricht des Mobilfunkbetreibers habe die Bombe vorzeitig ausgelöst, während sich die Frau noch in ihrem Versteck befand. Zwei Gefährten, die sich bei der Frau aufgehalten haben sollen, konnten offenbar unverletzt fliehen.

Die Handy-Methode soll möglichst viele Menschen in den Tod reißen

Es sei bei islamistischen Terroristen in Russland üblich, unbenutzte Billig-Handys als Fernauslöser für Bomben zu verwenden, heißt es in dem Artikel weiter. Das Vorgehen sei dabei, dass nicht etwa der Träger der Bombe, sondern ein Mittäter den Sprengsatz aus sicherer Entfernung per Handy in dem Augenblick zünde, wenn möglichst viele Menschen getroffen werden können.

Sicherheitsbeamte vermuten nun, die getötete Attentäterin und ihre Begleiter könnten zu einer Gruppe muslimischer Extremisten gehören, die in Pakistan von al-Qaida ausgebildet worden sind, um Selbstmordanschläge auf das Moskauer Transportsystem zu verüben.

Eine offizielle Bestätigung für den Bericht des "Telegraph" steht bislang aus. Auf der Suche nach den Tätern des Anschlags auf den Moskauer Flughafen konzentrieren sich die Behörden unterdessen auf eine paramilitärische Gruppe aus dem Nordkaukasus. In der bergigen Vielvölkerregion kämpfen Islamisten für ein unabhängiges Emirat. Moskau sucht seit Jahren einen Weg, die von Armut und Arbeitslosigkeit geprägte Region zu beruhigen. Verschärft wird die Lage durch korrupte Strukturen in den Sicherheitskräften sowie durch verfeindete Banden und Familienclans.

mak
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