Gefährliches Plastikpuzzle Die Pistole aus dem 3-D-Drucker schießt

15 von 16 Teilen kommen aus dem Plastikdrucker, einziges Metallteil ist ein Nagel, der die Munition zündet. Der Amerikaner Cody Wilson hat die erste Feuerwaffe aus dem 3-D-Drucker vorgeführt. Für viele ein Blick in eine dystopische Zukunft.
Screenshot aus dem Präsentationsvideo: Ein Nagel als Schlagbolzen

Screenshot aus dem Präsentationsvideo: Ein Nagel als Schlagbolzen

Cody Wilson darf ganz legal Waffen herstellen und vertreiben: Der Jurastudent arbeitet mit seiner Firma an Schusswaffen aus dem 3-D-Drucker. Die Anleitungen zum Bau der Waffen stellt er ins Netz. Eine Lizenz dafür hat er längst - jetzt hat der Amerikaner bewiesen, dass hinter seinen Plänen, Schusswaffen mit einem 3-D-Drucker herzustellen, mehr steckt als eine Bastelstunde. Auf einer Schießanlage in Texas führte der 25-Jährige der Presse die weltweit vermutlich erste Feuerwaffe aus einem 3-D-Drucker  vor, ein möglicherweise tödliches Plastikpuzzle namens "Liberator", Befreier.

15 von 16 Teilen der Waffe kommen aus einem Statasys Dimension SST 3-D-Drucker. Das einzige Metallteil ist ein Nagel, der als Schlagbolzen fungiert; Plastik würde die Munition nicht zünden. Der 3-D-Drucker kostet 8000 Dollar, die Herstellung der Waffe nur wenige Cent. Die Anleitungen dafür könnte schon bald im Internet auftauchen - und womöglich eine Flut von Plastikwaffen heraufbeschwören.

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Wiki Weapons: Waffenteile aus dem Drucker

Foto: YouTube

Solche Waffen zum Selberbauen dürften vor allem bei denjenigen als düsterer Fortschritt gelten, die die Verbreitung von Waffen regulieren wollen. Mit dem 3-D-Drucker können billige Einmalwaffen einfach ausgedruckt und nach Gebrauch verbrannt werden. Eine Kontrolle wäre kaum möglich.

Dieses gefährlichen Potentials wegen gilt Cody Wilsons Experiment als ein Meilenstein: Auch wenn die Waffe noch Macken hat, so beweist sie doch, dass man Pistolen drucken kann - und Gesetzgebung und Exekutive wohl bald vor erhebliche Herausforderungen gestellt werden.

Um den amerikanischen Waffengesetzen zu entsprechen, hat Wilson in seiner Pistole ein technisch unfunktionelles Stück Metall verbaut, auf den Metalldetektoren anschlagen sollen. Jetzt muss er allerdings ein für ihn viel lästigeres Problem lösen: Die Zuverlässigkeit von Plastikwaffen ist noch sehr gering - die Waffe damit auch eine Gefahr für ihren Nutzer. Noch muss Wilson deshalb den Abzug mit einem Bindfaden auslösen, aus sicherer Entfernung. Bei der Pressevorführung zerfetzte eine Fehlzündung seinen Prototyp.

fko
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