Erfolgreicher Facebook-Livestream Bis die Melone platzt

Zwei "Buzzfeed"-Mitarbeiter in Schutzanzügen, jede Menge Gummibänder, eine Wassermelone: Diese Versuchsanordnung hat Facebooks Live-Videofunktion den bis dato größten Erfolg beschert.

Screenshot des Facebook-Livestreams
Facebook/ Buzzfeed

Screenshot des Facebook-Livestreams


"Wir haben eine Wassermelone explodieren lassen, und alle sind verrückt geworden": So beschreibt das Onlineportal "Buzzfeed" den Internet-Hype, der sich um den Livestream eines spaßigen Experiments mit einer Wassermelone entsponnen hat. Zwei Mitarbeiter in weißen Schutzanzügen und mit Schutzbrillen auf dem Kopf spannten so viele dünne Gummibänder um eine Wassermelone, bis diese unter dem Druck platzte.

"Buzzfeed" hat das Video per Livestream verbreitet und verwendet mit "Facebook Live" eine Funktion, die Facebook erst diese Woche für Nutzer in 60 Ländern verfügbar gemacht hat. Zeitweise sahen rund 800.000 Menschen gleichzeitig gebannt zu und warteten auf den Moment, in dem die bereits heftig eingedellte Wassermelone nachgibt - das war nach rund 45 Minuten der Fall. Mittlerweile haben sich rund 7,5 Millionen Menschen weltweit das Video angesehen. Hunderttausende kommentierten und auf Twitter trendete der Hashtag #watermelon.

Damit ist das Video offenbar das bislang erfolgreichste Live-Video in dem Netzwerk: "Facebook hat uns gesagt, dass sich mehr Menschen eingeklinkt haben in das Video als bei jedem anderen Live-Video zuvor", schreibt "Buzzfeed" selbst. Eine offizielle Bestätigung von Facebook findet sich aber nicht auf der Seite.

In jedem Fall sind die Zugriffszahlen bemerkenswert. Zum Vergleich: Die Livestreams von Sport1 rund um die Europa-League-Übertragung sahen insgesamt 1,8 Millionen Zuschauer. 370.000 Facebook-Nutzer wollten die DFB-Auswahl beim Warmlaufen vor dem Freundschaftsspiel gegen Italien online sehen. Die Band Weezer, die zeitgleich zum Melonen-Experiment ein Live-Video streamte, verzeichnete 18.000 Zugriffe auf das Video.

Facebook setzt voll auf Livestreaming

Das erfolgreiche Melonenexperiment dürfte nicht nur die Macher von "Buzzfeed" freuen, sondern insbesondere auch Facebook.

Das soziale Netzwerk arbeitet seit Längerem daran, dass Bewegtbild eine größere Rolle auf der Plattform spielt, "Facebook Live" ist eine wichtige Neuerung für Facebook und seit dieser Woche auch für Deutsche in iOS- und Android-Apps verfügbar.

Mit zwei Klicks kann nun jeder live auf Sendung gehen. Die Streams platziert Facebook prominent im Newsfeed und plant weitere Funktionen rund um den Video-Button. Andere Nutzer können sich in den Livestream einklinken und live zusehen. Wenn er endet, ist das Video aber nicht verloren, sondern kann weiter in voller Länge angesehen werden, als Videopost auf der eigenen Seite.

Während Facebook bisher darauf vertraute, dass Nutzer neue Funktionen schon annehmen werden, überlegt man nun offenbar, die Live-Videos durch das Engagement von Prominenten und Sportlern bekannt zu machen und die Nutzer so zu animieren, selbst Livestreams zu produzieren. Das zeigt, wie wichtig die neuen Videos Facebook sind und für wie groß man das Potenzial von Livestreams hält.

gru



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
diplpig 09.04.2016
1. Alter Hut ...
Das gab es schon in der Sendung "Bitte nicht nachmachen"
siggie1823 09.04.2016
2. Wigald und Bernhard
Wie schon oben gesagt: Das hat das ZDF schon vor Jahren gemacht. Und das Beste: Man kann es auf Netflix anschauen.
eFred 09.04.2016
3. Richtig, die Sendung hieß allerdings
Zitat von diplpigDas gab es schon in der Sendung "Bitte nicht nachmachen"
"Nicht nachmachen!".
herbert_schwakowiak 09.04.2016
4.
Zitat von diplpigDas gab es schon in der Sendung "Bitte nicht nachmachen"
Ironischer Weise haben die es nachgemacht. So ein Video gab es schon Jahre vor der Sendung.
achsoja 09.04.2016
5. Auch Boning und Hoecker haben es nur nachgemacht
Wer der Urheber der Idee ist lässt, sich wohl nur schwer herausfinden, aber am schönsten haben es die "Slow Mo Guys" in Ihrem Superzeitlupen-Video inszeniert: https://www.youtube.com/watch?v=PK8dsAeMmPk. Und auch das ist nun schon fast vier Jahre alt.
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