Web-Publishing So basteln Sie sich Ihre eigene Homepage

Websites aus dem Fertig-Baukasten: Wer keine Agentur für die Erstellung der eigenen Homepage beauftragen will, bastelt sich seine Seite einfach selbst - praktische Angebote helfen dabei. Das Magazin "t3n" stellt sechs Systeme vor. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Von Dieter Petereit
Computer-Nutzer (Symbolbild): Ohne technisches Fachwissen zur eigenen Homepage

Computer-Nutzer (Symbolbild): Ohne technisches Fachwissen zur eigenen Homepage

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Die Geschäftsidee ist gefunden. Das Büro ist angemietet. Endlich steht das Ein-Mann-Unternehmen. Neben der eigentlichen Leistungserbringung - also dem Teil der Arbeit, der das Geld einbringt - warten so viele Aufgaben, dass vieles auf der Strecke bleibt. Auch das Marketing. Und so wundern sich nicht wenige Gründer über das Ausbleiben der Kundschaft. Dabei ist es ganz logisch: Keiner kauft etwas bei einem Unternehmen, das er nicht kennt. Deshalb sollte die Erstellung einer eigenen Website für alle jungen, aber auch älteren kleinen Unternehmen obligatorisch sein.

Webdesigner oder Baukasten?

Natürlich ist die beste Lösung, einen qualifizierten Webdesigner für die Erstellung der Homepage zu beauftragen. Schließlich sind eine durchdachte Informationsarchitektur und die Optimierung der Inhalte auf Suchmaschinenfreundlichkeit mindestens so wichtig wie die technische Funktionalität und die vordergründige Optik. Wo die Mittel es aber nicht zulassen, erzielt man mit Baukastensystemen ebenfalls gute Ergebnisse. Die hier vorgestellten Angebote können einen Fachmann zwar nicht ersetzen, decken die wichtigsten Aspekte aber bestmöglich ab.

Manche Websites sollen nur wenig Content beinhalten - zum Beispiel, weil man dem Wettbewerb nicht zu viel über das eigene Geschäft verraten will oder weil man als lokal arbeitendes Unternehmen nur eine Art Teaser ins Netz stellen möchte, der Kunden vom Ladenbesuch überzeugen soll. In diesen Fällen kann man auch grundsätzlich auf die Dienste von Homepage-Baukästen zurückgreifen. Die besten unter ihnen bieten sogar branchenspezifische Templates, so dass der professionelle Eindruck voll gewahrt bleibt. Natürlich sind ein gewisses gestalterisches Grundverständnis und ein Funken Kreativität Voraussetzung für die "Website Marke Eigenbau". Denn selbst die striktesten Templates lassen es zu, dass man sie beispielsweise mit Schriftgröße 800 verschandelt.

Die Qualität heutiger Homepage-Baukästen ist erstaunlich

Heutige Website-Bausätze haben mit den schäbigen Bausteinsammlungen von vor zehn Jahren nichts mehr gemein. Stattdessen präsentieren die Anbieter Produkte in einer Qualität und Einsatzbreite, dass es einem als Webdesigner den Angstschweiß ob der eigenen Zukunftsperspektiven auf die Stirn treiben kann. Es gibt heutzutage keinen namhaften Anbieter mehr, der stark gewöhnungsbedürftige Lösungen nach dem Strickmuster der in den späten Neunzigern beliebten Geocities im Portfolio führt.

Unterschiede gibt es dennoch auf mehreren Ebenen. So setzen einige Anbieter auf Flash als Technologie, andere auf HTML, manche auf eine Mischung aus beidem. Auch der Anpassungsgrad ist unterschiedlich und bezieht sich auf die Frage, wie tief einen die Baukästen in den Code eingreifen lassen. Die einfachsten Lösungen setzen auf eine begrenzte Anpassung der vorgefertigten Templates, während andere sich schon fast als Onlinekonkurrenz zum Dreamweaver präsentieren. Hier ist es im Rahmen der Vorauswahl wichtig, seine eigenen Vorkenntnisse realistisch einzuschätzen. Denn vorhandene Möglichkeiten wollen in aller Regel auch genutzt werden.

Was den Funktionsumfang betrifft, bieten aktuelle Systeme alles, was zur Grundausstattung moderner Websites gehört - manche auch etliches mehr. So lassen sich beispielsweise Chatfunktionen oder geschützte Inhaltsbereiche integrieren sowie eigenes JavaScript und HTML/CSS verwenden.

Gemeinsam ist allen Baukästen die template-orientierte Vorgehensweise. Dies entspricht am ehesten der Herangehensweise eines ungeschulten Hobbydesigners. Einige Systeme erlauben auch den Start mit einem leeren Bildschirm.

SPIEGEL ONLINE stellt sechs Baukästen-Angebote vor, die ohne Flash auskommen. Denn Flash ist zwar noch immer nicht ausgestorben, wird aber insbesondere auf Apples iOS-Plattform, also auf iPhones und iPads, nicht unterstützt.

Jimdo: Flexibles Homepage-Baukastensystem aus Deutschland


Jimdo  ist ein sympathisches und relativ junges Unternehmen aus Deutschland, das sich so offensiv und frisch darstellt, dass man ihm sogar alte Socken abkaufen würde. Der Dienst hat seit der Gründung in 2004 über drei Millionen Websites erstellt.

Jimdo: Nicht mehr ganz so junger Wettbewerber aus Deutschland

Jimdo: Nicht mehr ganz so junger Wettbewerber aus Deutschland

Foto: t3n

Bei Jimdo werden alle Inhalte per sogenanntem InPage-Editing erstellt. Das bedeutet, man surft die zu bearbeitende Seite an, loggt sich ins System ein und bearbeitet die Seite so, wie sie im Browser dargestellt wird. Für Anfänger ist diese Lösung besonders simpel, weil sie keinerlei Fähigkeit zur Abstraktion verlangt. Über den rechts angeordneten Toolbar lässt sich nicht nur die Seite selbst, sondern auch der gesamte Account verwalten. Jimdo kann zwar Flash einbinden, arbeitet aber auf Basis von HTML.

Jimdo punktet mit einem sehr kundenfreundlichen Preismodell, das sogar eine kostenlose Version vorsieht. Das Free-Paket beinhaltet eine Subdomain, einige Templates und 500 MB Speicherplatz. Seitenzahl sowie Traffic sind nicht limitiert und sogar der Support ist bei der kostenlosen Version inbegriffen. Sämtliche Features wie Blog- und Gästebuchmodule, Bildergalerien, OpenID-Einbindung oder die Verwendung eigener Templates können genutzt werden. Jimdos Alleinstellungsmerkmal ist aber die Integration eines kompletten Shopsystems, das mit maximal fünf Produkten ebenfalls in der kostenlosen Version zur Verfügung steht.

Wer mehr als 15 Produkte anbietet, wählt den Tarif "Jimdo Business" für 15 Euro im Monat und freut sich über das volle Feature-Set. Die Unterschiede zum Free-Account sind: eigenes Logo, Zugriff auf Metatags und Statistiken, eigenes Newslettersystem und keine Werbung. Außerdem entfällt für Business-Kunden die zehn Prozent Provision von jedem Shopumsatz. Personen, die das Shopmodul nicht benötigen, aber eine eigene Domain verwenden wollen und auch nicht auf Werbeeinblendungen zwischen ihren Inhalten stehen, entscheiden sich für den Tarif "Jimdo Pro" für schlanke fünf Euro monatlich.

Jimdo ist in zwölf Sprachen verfügbar, darunter natürlich Deutsch. Mit insgesamt 120 Vorlagen, dem intuitiven InPage-Editing und dem kundenfreundlichen Preismodell bekommt Jimdo eine klare Empfehlung. Die später noch vorgestellte 1&1 Do-It-Yourself-Homepage basiert technisch übrigens auf einer älteren Version von Jimdo.

Das Jimdo-Shopmodul arbeitet derzeit zwar nur mit PayPal, kann aber gerade deshalb auch mobil genutzt werden. Alle Jimdo-Seiten bringen eine eigene, für Mobilgeräte optimierte Ansicht mit. Das PayPal-Zahlungs-Checkout funktioniert über die entsprechende Web-App. Karten von Google Maps werden auf dem Smartphone mit der entsprechenden App interpretiert. Damit ist eine Jimdo-Website sehr gut für das mobile Web gerüstet.

Leider hat Jimdo keine native Mehrsprachigkeit zu bieten. Will man mit dem System Inhalte in mehr als einer Sprache anlegen, lässt sich das nur über eine redundante Seitenarchitektur leisten. So legt man die Navigation und alle Inhalte einmal über den Menüpunkt Deutsch, ein weiteres Mal über einen Menüpunkt English an. Diese Lösung ist nur empfehlenswert, wenn es sich um nicht mehr als zwei bis drei Sprachen und extrem wenig Content handelt.

Jux: Newcomer mit Social-Media-Konzept

Zurück zum Haupttext: Do it Yourself! Schon über 30.000 Nutzer zählt der Website-Builder Jux , der erst im März 2011 gegründet wurde und seitdem in den internationalen Startup-Medien besprochen wird. Kein Wunder, denn Jux führt ein völlig neues Konzept in die Branche der Homepage-Baukästen ein. Es handelt sich um eine beliebte Social-Komponente: das Prinzip "Sharing".

Hat man mit Jux eine Seite gebaut, kann man diese der Community als Startpunkt für die eigene Website zur Verfügung stellen. Die Idee dabei ist, dass die Zahl verfügbarer Vorlagen exponentiell wächst. Allerdings schaffen es auf diese Weise auch solche Websites in den Status eines potenziellen Templates, die man sich besser nicht ausgedacht hätte. Aber das ist kein Nachteil, sondern ein Prinzip der community-basierten Entwicklung.

Jux stellt also eine Plattform zur Verfügung, die von der Community nicht nur mit Templates, sondern auch mit Anwendungslogik gefüllt werden kann und soll. Für den simplen Einbau in die eigene Seite sorgt dann das Jux-Backend.

Jux aus den USA: Spaßfaktor und innovatives Konzept

Jux aus den USA: Spaßfaktor und innovatives Konzept

Foto: t3n

Dabei ist das oben genannte Prinzip kein Zwang. Im Jux-Backend lassen sich auch systemeigene Templates hernehmen, die weit weniger waghalsig gestaltet sind. Insgesamt ist das Backend aber als ziemlich spektakulär zu bezeichnen. Die gesamte Bearbeitung erfolgt innerhalb der Webseite, soweit es vorhandene Inhalte betrifft, und mittels Drag and Drop, wenn es um das Hinzufügen neuer Elemente geht. Dabei passen sich die neuen Inhaltselemente automatisch den Layoutvorgaben aus dem Template an. Das bietet in dieser Vollendung kein anderer Homepagebuilder im Testfeld. Wer möchte, kann anschließend noch in einem integrierten Sourcecode-Editor sein HTML und CSS optimieren.

Aktuell - und das soll wohl auch so bleiben - ist Jux mit dem derzeitigen Featureset komplett kostenlos. Lediglich für die Registrierung eigener Domains fallen Kosten an. Es ist davon die Rede, dass zu einem späteren Zeitpunkt für weitere "Premiumdienste" Entgelte anfallen könnten, aber noch ist es nicht so weit.

Damit ist Jux eine klare Empfehlung für alle, die der englischen Sprache mächtig sind, denn Lokalisierungen gibt es bisher nicht. Jux ist seinen Mitbewerbern insofern voraus, als der Zugriff auf den Sourcecode möglich ist. So kann ein webdesign-affiner Mensch Änderungen vornehmen, wenn die vorgefertigten Blocks den Ansprüchen nicht mehr genügen.

Bei Jux steht der Community-Gedanke stark im Vordergrund. Es ist daher für all diejenigen nicht geeignet, die eher ein trockenes Werkzeug suchen. Dafür dürfte das Arbeiten mit Jux allen gefallen, die eine hohe Affinität zum Social Networking haben. Erzeugte Websites sind automatisch für die Ansicht auf Tablets optimiert, ansonsten hängt die Optik auf Mobilgeräten deutlich vom verwendeten Template ab.

Mehrsprachigkeit hat Jux ebenfalls nur in dem Umfang zu bieten, wie man ihn mit Jimdo erreichen kann. Wer eine umfangreichere Website mit mehr als zwei Sprachen aufbauen will, sollte eher zu Edicy greifen.

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Edicy: Mehrsprachigkeit, Anbindung an Analytics und SEO-Einbindung


Edicy  ist ebenfalls ein relativ neuer Wettbewerber im Markt der Baukastensysteme. Was ihn von allen anderen Lösungen abhebt, ist seine eingebaute Multilingualität. Wenn man will, dass Nutzer auf der Website verschiedene Sprachvarianten auswählen können, führt an Edicy kein Weg vorbei. In sich unterstützt Edicy 16 verschiedene Sprachen, darunter auch Deutsch. Die Multilingualität kann indes für jede beliebige Sprache der Welt verwendet werden.

Hinsichtlich des Designs der Benutzeroberfläche orientiert sich Edicy an aktuellen Tablet-Designkonzepten, was dem User-Interface (UI) einen sehr modernen Touch verleiht. Die Bearbeitung der Sites findet - wie bei Jimdo und der 1&1 Do-It-Yourself-Homepage - in Form eines InPage-Editing statt. Schwebende Bedienelemente erlauben das Einfügen neuer Inhalte und Seiten. Am unteren Bildschirmrand finden sich weitergehende Adminfunktionen. Damit lässt sich das Design komplett verändern. Ebenfalls an dieser Stelle befindet sich das integrierte Blogmodul.

Bei Edicy ist die Verwendung aller Funktionen auf 100 MB Webspace kostenlos - für zwei Nutzer-Accounts. Die größere Variante mit fünf GB Speicherplatz und unbegrenzter Benutzeranzahl sowie einer erweiterten Statistik schlägt mit sechs Euro monatlich zu Buche.

Edicy folgt einem ähnlichen Konzept wie Jimdo, wobei Jimdos UI noch etwas ausgereifter wirkt. Schlagendes Argument für Edicy ist indes die Mehrsprachen-Fähigkeit. Eine Website mit Umschaltfunktion Deutsch/Englisch gehört heute zumindest im Mittelstand zum guten Ton. Dabei werden die unterschiedlichen Sprachen mittels einer Datenbank verwaltet und nicht etwa in redundanten Inhaltsstrukturen. Auf diese Weise ist es leichter, Sprachen hinzuzufügen oder Designänderungen vorzunehmen.

Edicy: Gute Mobilunterstützung und mehrfache Mulitilingualität

Edicy: Gute Mobilunterstützung und mehrfache Mulitilingualität

Foto: t3n

Edicy-Websites sind automatisch für Mobilgeräte optimiert und ermöglichen die Integration von Google Analytics sowie der Webmaster-Tools und bieten Möglichkeiten zur Suchmaschinenoptimierung.

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Webs: Umfangreiches Building-Tool für anspruchsvollere Nutzer


Webs  ist definitiv kein unkompliziertes Tool, um die eigene Website ins Netz zu bringen. Vielmehr richtet sich Webs an eine Zielgruppe, die sich mit hohen Ansprüchen, wenn auch nicht mit hohem Budget, an einen Webdesigner wenden würde. So gesehen wildert Webs am offensichtlichsten im Revier der Webdesign-Branche.

Webs bietet neben den Standardtools wie Fotogalerien und Kalenderfunktionen auch Features wie Blogs, Foren, Einbindung von Social Media und vieles mehr. Ebenso lässt sich ein Etsy-kompatibles Storemodul integrieren. Es gibt Video-Blogging, Livechat, Voicemail und Podcasting. Zusätzlich lassen sich RSS-Feeds einlesen, Dateien und Dokumente hosten und verteilen. Eine Webs-Site kann auch als LifeStream-Aggregator Verwendung finden. Für optimierte Mobilsites steht ebenfalls ein Tool zur Verfügung.

Der Feature-Reichtum hat auch seine Schattenseiten. So gehört Webs zu den Lösungen mit dem höchsten Einarbeitungsaufwand in unserem Testfeld. Dabei wird deutlich: Wer sich für Webs entscheidet, trifft eine längerfristige Entscheidung. Zwar ist das erstmalige Erstellen einer Site als Arbeitsgrundlage mit einem hilfreichen Assistenten innerhalb von fünf Minuten erledigt. Einmal mit dem Backend konfrontiert, wird das weitere Arbeiten mit Webs allerdings mühsam, weil wenig intuitiv. Webs selbst mag die Assoziation mit Microsoft Office. Allerdings ließen sich im Test außer ähnlicher Symbolik keine funktionalen Ähnlichkeiten in der Bedienung erkennen.

Webs bietet zwar ein kostenloses Konto an. Leider kann man damit jedoch nicht sinnvoll arbeiten. Dies fängt mit dem zur Verfügung stehenden Speicherplatz von 40 MB an und hört bei dem inkludierten Datentransfer von 100 MB noch lange nicht auf. Ab dem Enhanced-Paket für monatlich 7,75 US-Dollar ist der Einsatz sinnvoll. In diesem Paket sind immerhin 25 GB Datentransfer sowie 1 GB Webspace enthalten, ebenso eine Domain und eine Handvoll E-Mailadressen. E-Commerce-Interessierte können 30 Produkte über das integrierte Shopsystem verkaufen, das jedoch deutsche Gesetze nicht vollumfänglich berücksichtigt.

Webs: Ein Baukasten-System für den gehobenen Anspruch, für die meisten Zwecke jedoch überdimensioniert

Webs: Ein Baukasten-System für den gehobenen Anspruch, für die meisten Zwecke jedoch überdimensioniert

Foto: t3n

Webs-Nutzer müssen der englischen Sprache mächtig sein, Alternativen gibt es nicht. Zu empfehlen ist Webs nur Anwendern mit einem gehobenen Verständnis von Webdesign. Dafür erhalten diese das leistungsfähigste Paket im Testfeld, wenn auch das Shopmodul nicht zu empfehlen ist.

1&1 Do-It-Yourself-Homepage: Jimdo mit Vollbranding

Zurück zum Haupttext: Do it Yourself! Kleine Unternehmen, die sich vorsichtig in den Markt der Internetdienstleistungen hinein bewegen, kommen an 1&1 nicht vorbei. 1&1 bietet neben sämtlichen internet- und telekommunikationsnahen Dienstleistungen seit Jahren auch einen Homepage-Baukasten unter dem Namen Do-It-Yourself-Homepage (DIY)  an. Die dahinterliegende Technik lieferte im Jahr 2009 Jimdo. United Internet hatte sich mit 30 Prozent am Unternehmen beteiligt, mittlerweile geht man aber wieder getrennte Wege.

Auf Jimdo basierendes Produkt mit zielgenauerem Template-Portfolio: 1&1

Auf Jimdo basierendes Produkt mit zielgenauerem Template-Portfolio: 1&1

Foto: t3n

Interessanterweise hat 1&1 vor einigen Monaten für das Produkt DIY-Homepage den Innovationspreis IT 2011 gewonnen, um den sich Jimdo bereits 2009 vergeblich bemüht hatte. 1&1 behauptet nun, man habe das ursprüngliche Jimdo-Produkt so stark verändert, dass es im Grunde zu einem eigenen Produkt DIY geworden sei. Schaut man sich jedoch die Video-Tutorials zum Produkt an, erkennt man auf den ersten Blick, dass DIY im Wesentlichen Jimdo ist.

Allerdings bietet 1&1 tatsächlich eigene und branchenspezifischere Templates für den Einsatz in genau definierten Bereichen an. So ist das Template für Schreiner optisch tatsächlich nahezu universell für Schreiner geeignet. Die erforderlichen Anpassungen sind marginal. So spezielle Templates gibt es bei Jimdo nicht. Aber der gesamte Bearbeitungsvorgang und die Administration der DIY-Homepage gehen eindeutig auf Jimdo zurück.

Der Unterschied besteht ansonsten vor allem im Preis. Von DIY gibt es keine kostenlose Version. Das Produkt für die Privatnutzung kostet 4,99 Euro, die Erstellung einer Business-Homepage 9,99 Euro. Zum Vergleich: Bei Jimdo kostet die private Version nichts und die vergleichbare Pro-Version fünf Euro.

1&1 macht keine Angaben zur Mobiltauglichkeit der erzeugten Websites. Da die Do-It-Yourself-Homepage auf Jimdo basiert, könnte man auf deren Funktionsumfang rückschließen. Mehrsprachigkeit bietet das 1&1-Produkt nur über redundante Navigationsstrukturen.

Strato LivePages: solides Produkt, unverbindliches Austesten

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Stratos LivePages  können völlig unverbindlich getestet werden. Damit unterscheiden sie sich deutlich vom 1&1 DIY-Produkt. Das kann zwar ebenfalls 30 Tage lang getestet werden, aber nicht ohne vorherige umfangreiche Registrierung mit allen persönlichen Daten und Zahlungsangaben.

Strato LivePages: ein etwas streng wirkendes, aber solides Produkt ohne größere Schwächen

Strato LivePages: ein etwas streng wirkendes, aber solides Produkt ohne größere Schwächen

Foto: t3n

LivePages ist ein eigenständiges und modernes Produkt, das optisch etwas an CAD-Software erinnert. Das ist für absolute Neulinge sicher etwas gewöhnungsbedürftig. Dabei gibt sich Strato Mühe, den Nutzer möglichst umfangreich im Erstellungsprozess zu unterstützen. So stehen für nahezu jeden Schritt informative und hilfreiche Video-Tutorials und eine umfangreiche Onlinehilfe bereit.

LivePages folgt einem fünfschrittigen Ablauf. Zunächst wählt man die Branche, dann das Template, anschließend gliedert man seine Website in Seiten und Unterseiten. Dann führt man die Inhalte hinzu und zu guter Letzt wird das Werk publiziert. Erst an dieser Stelle erwartet Strato die Entscheidung, ob man das Produkt kauft oder nicht.

LivePages gibt es in drei Preisklassen. Die Basic-Variante kostet monatlich 3,90 Euro. Sie verwaltet bis zu 20 Seiten und beinhaltet immerhin eine Domain aus dem gängigen TLD-Bereich - unter anderem ".de" - sowie 25 E-Mail-Postfächer. Der Tarif "Unlimited" für monatliche 8,90 Euro hebt die Seitenbeschränkung auf und bringt noch ein Blogmodul mit. Zudem enthält das Paket zwei Domains und 50 Postfächer. Die größte Variante mit dem schönen Namen "Multimedia" bietet drei Domains mit 150 E-Mail-Accounts sowie zehn Blogs und Platz für 5.000 Bilder und 720 Minuten Video.

Der Workflow ist transparent, nachvollziehbar und leicht zu erlernen. Die Preise sind moderat, die Sprache auf Deutsch. Ob einem die Oberfläche zusagt, ist letztlich Geschmackssache. Im direkten Vergleich zwischen Strato und 1&1 liegt letzterer aufgrund der Jimdo-Technologie vorne.

LivePages sind nach aktuellem Stand der Dinge nicht für die mobile Darstellung optimiert. Mehrsprachige Websites lassen sich nur über redundante Strukturen verwalten.

Website-Builder für Gründer und Kleinunternehmer: Eine Empfehlung

Auf jeden Fall nichts falsch macht der geneigte Baukasten-Verwender, wenn er sich für Jimdo entscheidet. Will man sich lieber einem der Branchenriesen anvertrauen, sollte man etwas tiefer in die Tasche greifen und 1&1 mit der Do-It-Yourself Homepage wählen, die immerhin auf Jimdo basiert.

Ein Vorteil, wenn man sich für einen der beiden größten Anbieter Strato oder 1&1 entscheidet, liegt darin, dass man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt. Denn neben der eigenen Homepage bekommt man gleich die entsprechende Domain, E-Mail-Accounts und den gesamten digitalen Grundbestand mitgeliefert.

Das innovativste Konzept bietet der brandneue Wettbewerber Jux. Wen die Verwendung der englischen Sprache nicht vor Schwierigkeiten stellt, sollte in jedem Fall einen Blick auf das bislang völlig kostenfreie System werfen, auch wenn er sich am Ende womöglich doch für Jimdo oder 1&1 entscheidet.

Sind mehrsprachige Websites gewünscht, sollte man auf Edicy zurückkommen, was sicherlich nicht von Nachteil ist. Immerhin liegt das Bedienkonzept auf der gleichen Linie wie jenes von Jimdo. Edicy bietet zudem eine sehr gute Mobilunterstützung.

Dieter Petereit ist diplomierter Absolvent des Studiengangs Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing, aber bereits seit 25 Jahren auch in der IT daheim.
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