Web TV Lonelygirl-Macher sammeln fünf Millionen ein

Die Produzenten der YouTube-Serie Lonelygirl15 haben sich Startkapital für weitere Produktionen verschafft. Fünf Millionen Dollar von Risikokapitalgebern und reichen Web-Veteranen sollen aus der Firma eine TV-Produktionsgesellschaft fürs Netz machen. Das Web-Videogeschäft boomt.


Eqal heißt die Firma, die Miles Beckett und Greg Goodfried gegründet haben. Weil "equal" soviel wie "gleichwertig" bedeutet, und das Unternehmen beweisen will, dass Web-Serien auf Augenhöhe mit herkömmlichen Medienangeboten sein können - und als Verweis auf die Community, in der alle irgendwie gleich sind. Die fünf Millionen Dollar kommen von den Venturekapitalisten von Spark Capital und einigen erfolgsverwöhnten Männern aus dem Silicon Valley, darunter Marc Andreessen, einst Gründer von Netscape und Ron Conway, der einst auch den Google-Gründern mit Kapital aushalf. Auch ein TV-Produzent aus Hollywood gehört laut paidcontent.org zu den Investoren.

Beckett und Goodfried machten vergangenes Jahr mit der YouTube-Serie Lonelygirl15 Furore. Lange Zeit hielten die Mitglieder der Video-Community das Video-Blog einer Teenagerin für echt, litten mit dem einsamen Mädchen vor der Webcam und ihrem vermeintlichen Freund. Schließlich kam heraus, dass das einsame Mädchen in Wahrheit die neuseeländische Schauspielerin Jessica Rose war. Rose ist nach einem kurzen und mäßig erfolgreichen Ausflug nach Hollywood demnächst wieder auf kleinen Schirmen zu sehen - in der Web-Serie "Blood Cell".

"Blood Cell" kommt von 60Frames, einem von mehreren auf die Produktion von speziellen Videoinhalten fürs Web spezialisierten Unternehmen. Von der Serie Lonelygirl15 läuft inzwischen die dritte Staffel, allerdings mit anderen Protagonisten als Rose. Daneben produziert Eqal auch noch eine weitere Web-Serie namens Kate Modern. Nun soll mit dem neuen Geld noch mehr Programm hinzukommen.

Unternehmensangaben zufolge sind die Produktionen profitabel, weil man Product-Placement-Geschäfte abgeschlossen hat. Andere Unternehmen schalten Werbung vor ihren Filmchen oder teilen sich Anzeigenwerbung mit Plattformbetreibern wie den Besitzern von MySpace, Bebo oder YouTube.

Wenn es stimmt, was der "Los Angeles Times"-Kolumnist David Sarno berichtet, haben die "Webisodes" jedenfalls den Vorteil, enorm billig zu sein - seinen Informationen zufolge geben Unternehmen wie die Web-Comedy-Fabrik C-Spot oder 60Frames weniger als 10.000 Dollar pro Folge aus. Die "Blood Cell"-Folgen sollen sogar weniger als 5000 Dollar pro Stück kosten.

cis

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