Web-Vandalen Hacker wollen LulzSec-Mannschaft enttarnt haben

Niederländer, Schweden, Kanadier und US-Studenten: Unbekannte behaupten, sie hätten führende Mitarbeiter der Hackergruppe LulzSec enttarnt. Sie haben im Web einige Namen und persönliche Details der mutmaßlichen Angreifer veröffentlicht - die kompletten Daten sollen beim FBI sein.

LulzSec-Video: Die Web-Vandalen haben Websites von Sony und Nintendo angegriffen
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LulzSec-Video: Die Web-Vandalen haben Websites von Sony und Nintendo angegriffen


Hamburg - Zwischen zwei selbsternannten Hackergruppen ist Streit ausgebrochen. Die "Web Ninjas" drohen der Hackergruppe LulzSec: "Wir zeigen ihnen, dass sie nicht die Internetgötter sind, für die sie sich halten", schreiben die Gegner der Web-Vandalen. Zum Beweis haben sie am Wochenende LulzSec-Chatprotokolle veröffentlicht und persönliche Details des - so behaupten sie - Kerns der Gruppe.

Dabei soll es sich um Personen handeln, die früher bei der Internetguerilla Anonymous aktiv waren. Sie hätten sich von Anonymous abgesetzt, um auf eigene Faust Ruhm einzuheimsen, höhere Risiken einzugehen und finanziell von ihren Angriffen zu profitieren.

Die Hackergruppe LulzSec hat sich in den vergangenen Wochen mit den Großen angelegt: Die Website des US-Geheimdienstes CIA wollen sie blockiert haben, dann veröffentlichten sie Konfigurationsdateien und Dateiübersichten einzelner Verzeichnisse der Website des US-Senats. Mit den kleineren Opfern gingen Täter, die sich als LulzSec ausgeben, nicht ganz so behutsam um: Sie stellten zum Beispiel knapp 26.000 Accountdaten von Porno-Kunden ins Netz - und riefen dazu auf, Verwandte der Opfer darüber zu informieren.

Nun stellen Unbekannte mutmaßliche LulzSec-Mitglieder auf ähnliche Weise im Netz bloß. Die "Web Ninjas" haben von einigen mutmaßlichen LulzSec-Mitgliedern Klarnamen und Wohnorte veröffentlicht. Es handelt sich dabei um einen Niederländer, einen Schweden und mehrere US-Bürger. Auf Anfragen haben vier der Betroffenen bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht geantwortet, das angebliche LulzSec-Mitglied in den Niederlanden hat nach mehreren nicht beantworteten Anrufen sein Handy abgeschaltet.

Die unbekannten Enthüller behaupten, sie hätten weitere, über die veröffentlichten Details hinausgehende Informationen: "Wegen der Brisanz der Daten senden wir sie direkt an das FBI; werden aber einige Details hier veröffentlichen". Die US-Bundespolizei hat auf eine Anfrage dazu bislang nicht geantwortet.

Der Hacker mit dem Künstlernamen "The Jester" (laut Selbstdarstellung ein "Hacktivist für das Gute, der die Kommunikationskanäle von Terroristen und Sympathisanten stört") hatte nach eigener Darstellung bereits im April einen mutmaßlichen Anonymous-Aktivisten enttarnt. Er will sein damaliges Opfer "Nakomis" unter den LulzSec-Aktivisten wiederentdeckt haben. Jester schätzt die Enthüllungen über LulzSec in seinem Blog so ein: "Entweder handelt es sich um Fehlinformationen oder es sind tatsächlich die Protokolle der Gründungsgeschichte einer Organisation, die sich LulzSec nennt." Jesters Drohung an LulzSec: "Ich werde herausfinden, welches Szenario zutrifft."

Davon scheinbar unbeeindruckt startete die Gruppe eine "Operation Anti-Security" und rief Hacker dazu auf, Regierungs- und Behörden-Websites anzugreifen. Angeblich soll die "Operation" in Zusammenarbeit mit der Web-Guerilla Anonymous stattfinden. Gut möglich, dass es sich dabei aber nur um ein Ablenkungsmanöver handelt.

lis



insgesamt 8 Beiträge
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Robert Baratheon 20.06.2011
1. Oh weh...
Hört sich nach reichlich Kindergarten an.
Schah.Wenzel 20.06.2011
2. [{-_-}] ZZZzz zz z...
Zitat von Robert BaratheonHört sich nach reichlich Kindergarten an.
Nun ja, das bleibt nicht aus, mit dem Internet & der Computerei insgesamt ist das so wie mit allen Erfindungen, die irgendwann das akademische Stadium hinter sich lassen, ob es sich dabei um Elektrizität, das Radio, Fernsehen, Buchdruck, die Eisenbahn, Autos/ Motorräder, etc. pp. handelt. Wenn irgendwas irgendwann banal wird und eine Gesellschaft durchdringt, so wird dieses etwas naturgemäß ein Abbild eben jener Gesellschaft -- und haben Sie noch nie davon gelesen/ gehört, daß beispielsweise zwei über 80jährige Nachbarn gegenseitig verprügeln, weil der eine einen Apfel vom Baum des anderen gepflückt hat, der an einem grundstücksübergreifendem Ast hing? Von städtischen Parkplatzaufsuchern will ich gar nicht erst anfangen... Reichlich Kindergarten, wohin man schaut. Hätte mich eher verwundert, wenn 's im Interwebz anders wäre.
Bedlam 20.06.2011
3. Jaja, verflixtes Englisch...
"for good" bedeutet nicht "für das Gute" sondern "für immer". Die Backstreet Boys waren doch auch nicht für das Gute zurück. ;) Zum Thema: Wieso läuft Casey Gardiner immer noch frei rum?
cinor, 20.06.2011
4. passende Quelle dazu
Hab ich was überlesen oder fehlt die Quelle tatsächlich? http://lulzsecexposed.blogspot.com/
Bedlam 20.06.2011
5. mehr
Zitat von cinorHab ich was überlesen oder fehlt die Quelle tatsächlich? http://lulzsecexposed.blogspot.com/
Der Vollständigkeit halber: http://th3j35t3r.wordpress.com/
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